Untersuchung des Riskio-Proteins (Quelle: rbb)

rbb PRAXIS - Aktuell: Risiko-Protein für Herzinfarkt entdeckt!

Wissenschaftlern der Charité ist es gelungen, die Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, mit der ein Herz-Kreislauf-Patient innerhalb von drei Monaten einen Herzinfarkt, Hirninfarkt oder Arterienverschluss erleiden wird. Die Studienergebnisse legen einen Zusammenhang mit einem bestimmten Eiweiß des Plusplasmas nahe - dem so genannten PAPP-A. Alle untersuchten Infarkt-Patienten hatten eine erhöhte Konzentration dieses Eiweißes in ihrem Blut.

Momentan können Experten bisher nur über die Beschwerden, Untersuchungsergebnisse und Risikofaktoren ungefähr abschätzen, wann eine Herz-Kreislauf-Erkrankung tödlich enden könnte. Als gesicherte Risikofaktoren für die Arteriosklerose gelten derzeit Hypercholesterinämie, Bluthochdruck, Zigaretten Rauchen, Diabetes mellitus, Fettsucht, körperliche Inaktivität und ein niedriger sozialer Status.

Wissenschaftlern der Charité Universitätsmedizin Berlin ist es nun gelungen, vorherzusagen, wie groß die Wahrscheinlichkeit für einen Herz-Kreislauf-Patienten ist, innerhalb von drei Monaten einen Herzinfarkt, Hirninfarkt oder Arterienverschluss zu erleiden.

Im Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht das Eiweiß Plasma-Protein PAPP-A (Pregnancy-associated Plasma Protein A). In einer aktuell im der Fachzeitschrift Canadian Medical Association Journal veröffentlichten Studie stellten sie fest: Alle Patienten, die innerhalb von 90 Tagen nach der ersten Untersuchung einen Herzinfarkt, einen Hirn-infarkt oder einen Arterienverschluss erlitten, haben eine höhere PAPP-A-Konzentration in ihrem Blutserum als Patienten ohne derartige Ereignisse innerhalb des gleichen Zeitraums. Zudem hat sich gezeigt, dass die Art der Grunderkrankung, das Geschlecht und der Body-Mass-Index keinen Einfluss auf die Konzentration des Proteins haben. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Konzentration von PAPP-A ein starker, unabhängiger Biomarker ist, mit dem abgeschätzt werden kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Patient mit Herzbeschwerden kurzfristig eine Folgeerkrankung erleiden könnte.
Laboruntersuchung des Risiko-Proteins (Quelle: rbb)
Die Forschungsgruppe um Dr. Stephan von Haehling von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie am Campus Virchow-Klinikum hat in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen insgesamt 2.568 Patientinnen und Patienten im Alter von 57 bis 79 Jahren untersucht, die mit Herzbeschwerden oder Brustschmerzen die Klinik aufgesucht hatten. Sie litten unter chronischen Beschwerden infolge einer Verengung der Herzkranzgefäße oder hatten ein akutes Ereignis, wie einen Herzinfarkt, aufgrund derartiger Veränderungen. Den Patienten wurde Blut entnommen und das Serum bei minus 80°C eingefroren. Danach wurden die Proben auf die Konzentration eines bestimmten Eiweißes, des Plasma-Proteins PAPP-A (Pregnancy-associated Plasma Protein A) untersucht.

PAPP-A wurde erstmals in den 70er Jahren im Blutserum schwangerer Frauen nachgewiesen. Die Konzentration des Proteins im Blut der Schwangeren gibt Hinweise auf genetische Veränderungen im Erbgut des Fötus und wird üblicherweise zum fetalen Screening eingesetzt.

Filmbeitrag: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner

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