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Wissenschaftlern der Charité ist es gelungen, die Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, mit der ein Herz-Kreislauf-Patient innerhalb von drei Monaten einen Herzinfarkt, Hirninfarkt oder Arterienverschluss erleiden wird. Die Studienergebnisse legen einen Zusammenhang mit einem bestimmten Eiweiß des Plusplasmas nahe - dem so genannten PAPP-A. Alle untersuchten Infarkt-Patienten hatten eine erhöhte Konzentration dieses Eiweißes in ihrem Blut.
Wissenschaftlern der Charité Universitätsmedizin Berlin ist es nun gelungen, vorherzusagen, wie groß die Wahrscheinlichkeit für einen Herz-Kreislauf-Patienten ist, innerhalb von drei Monaten einen Herzinfarkt, Hirninfarkt oder Arterienverschluss zu erleiden.
Im Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht das Eiweiß Plasma-Protein PAPP-A (Pregnancy-associated Plasma Protein A). In einer aktuell im der Fachzeitschrift Canadian Medical Association Journal veröffentlichten Studie stellten sie fest: Alle Patienten, die innerhalb von 90 Tagen nach der ersten Untersuchung einen Herzinfarkt, einen Hirn-infarkt oder einen Arterienverschluss erlitten, haben eine höhere PAPP-A-Konzentration in ihrem Blutserum als Patienten ohne derartige Ereignisse innerhalb des gleichen Zeitraums. Zudem hat sich gezeigt, dass die Art der Grunderkrankung, das Geschlecht und der Body-Mass-Index keinen Einfluss auf die Konzentration des Proteins haben. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Konzentration von PAPP-A ein starker, unabhängiger Biomarker ist, mit dem abgeschätzt werden kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Patient mit Herzbeschwerden kurzfristig eine Folgeerkrankung erleiden könnte.

PAPP-A wurde erstmals in den 70er Jahren im Blutserum schwangerer Frauen nachgewiesen. Die Konzentration des Proteins im Blut der Schwangeren gibt Hinweise auf genetische Veränderungen im Erbgut des Fötus und wird üblicherweise zum fetalen Screening eingesetzt.
Filmbeitrag: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner





