
rbb PRAXIS -
Seit sechs Jahren besteht bundesweit für Patienten mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung ein gesetzlicher Anspruch auf eine sogenannte "spezialisierte ambulante Palliativversorgung" (SAPV). Ziel ist, dass die Patienten möglichst schmerzfrei ihre letzte Lebenszeit zu Hause verbringen. Auch im Land Brandenburg bildeten sich Teams aus speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegern.
Chemotherapien, Bestrahlungen, Operationen, Krankenhausaufenthalte – viel zu oft bleibt der Krebs trotz unzähliger Therapien unheilbar, die Patienten müssen "palliativ" behandelt werden. Viele Betroffene wünschen sich, zuhause versorgt zu werden und zuhause zu sterben. Nötig ist dafür eine ambulante Versorgungsstruktur. Onkologen, Schmerztherapeuten, Internisten, Psychologen, Pflegekräfte und ehrenamtliche Helfer betreuen zusammen unheilbar kranke Menschen im häuslichen Umfeld – damit diese ihren letzten Weg in ihrer gewohnten Umgebung gehen können.
Das Palliativ-Team "Potsdam und Umland GbR" ist ein gutes Beispiel eines solchen Zusammenschlusses von palliativ-medizinisch und palliativ-pflegerisch tätigen Fachleuten. Die Schmerztherapeuten, Onkologen, Internisten, Psychologen und Pflegefachkräften eines Palliativ-Teams (PT) aus der Region Potsdam und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark versorgen Palliativpatienten im ambulanten und/oder stationären Bereich gemeinsam und eigenständig.
Das Palliativ Team bietet seine Dienste seit 2011 an und betreut zurzeit insgesamt etwa 120 Patienten. Inzwischen gibt es insgesamt zehn solcher Teams über das gesamte Land Brandenburg verteilt. Sie übernehmen die spezialisierte ambulante Palliativversorgung teilweise komplett, teilweise in Kooperation mit den jeweiligen Hausärzten. Das Angebot der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung richtet sich an schwerkranke Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, um nicht im Krankenhaus sterben zu müssen. Wer einen Antrag auf eine SAPV stellen möchte, kann dies über den Hausarzt oder den Pflegedienst tun.
Hausärzte sehen in der ambulanten Versorgung durch die interdisziplinären Teams keine Konkurrenz, im Gegenteil. Die Kollegen des "Palliativ Care Teams" bieten einen Service, den sie gar nicht leisten können: Sie sind 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche erreichbar. Im Notfall oder wenn sich die Beschwerden der Patienten verschlechtern, bietet die Hotline des "Palliativ Care Teams" schnelle und genau passende Hilfe. Verstirbt ein Patient, kümmern sich die Mitarbeiter um die trauernden Angehörigen und unterstützen sie bei der nötigen Organisation.
In Berlin wird die SAPV Versorgung vorwiegend von Ärzten geleistet, die dem Verein Home Care angehören.
Filmbeitrag: Bert Ostberg
Infotext: Beate Wagner



