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Fast jeder kennt einen tragischen Fall: Menschen, die plötzlich und unerwartet aus scheinbarer Gesundheit versterben. Häufig ist ein Aneurysma im Gehirn die Ursache, eine krankhafte Ausbuchtung der Hirnarterie. Eine neue Studie vermutet einen Zusammenhang mit Migräne.
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Bei der endovaskulären Methode schieben die Ärzte unter Röntgenkontrolle einen Kunststoffschlauch von etwa zwei Millimeter Durchmesser von der Leiste in eine Halsschlagader vor. Über diesen führen sie zunächst einen Mikrokatheter in das Aneurysma und bringen dann die Platinspiralen in das Aneurysma ein, bis dieses vollständig verschlossen ist. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt, der Patient wird hinterher auf einer Intensivstation überwacht.
Das Coiling wird nur in speziellen Kliniken angeboten. Da sowohl die operative als auch die endoskopische Methode mit einem gewissen Komplikationsrisiko verbunden sind, sollten die Eingriffe auf Patienten beschränkt bleiben, bei denen ein Aneurysma zu platzen droht. Problematisch ist, dass das bisher niemand vorhersagen kann. Ärzte sind bisher auf Hinweise wie Größe, Form und Lage der Gefäßfehlbildung angewiesen.
Zuverlässigere Informationen könnte nun jedoch eventuell eine neuartige Kontrastmitteluntersuchung liefern. Den Patienten wird dazu am Tag vor einer Kernspintomographie ein eisenhaltiges Kontrastmittel in die Vene gespritzt.

Auch in den brüchigen Hirnarterien ist das der Fall, sie wandern dorthin, nehmen das Kontrastmittel auf und lagern es ein. Die Untersuchung zeigt, dass die Aufnahme von Ferumoxytol innerhalb von 24 Stunden auf ein stark erhöhtes Risiko für eine Gefäßruptur und nachfolgender Blutung hinweisen kann. Vergehen hingegen drei Tage, bis sich das Kontrastmittel in der Gefäßwand anreichert, ist die Gefahr einer Ruptur gering. Ob diese Untersuchungsmethode zukünftig zur Prognose des Blutungsrisikos bei Aneurysmen geeignet ist, müssen jedoch noch weitere Studien erweisen.
Filmbeiträge: Bert Ostberg / Benjamin Kaiser
Infotext: Beate Wagner





