Neues Herz-Mapping-Verfahren (Quelle: rbb)

- Neues Verfahren bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen

Ärzte vom Vivantes-Klinikum Am Urban/im Friedrichshain setzen erstmalig in Berlin ein neues Verfahren bei Herzrhythmusstörungen ein.

Herzrhythmusstörungen können medikamentös oder mithilfe einer sogenannten Katheterablation behandelt werden. Verschiedene Studien konnten nachweisen, dass vor allem Patienten mit Vorhofflimmern seltener erneute Rhythmusstörungen bekommen, wenn in ihrem Herzen Areale verödet werden, die Störimpulse auslösen.

Grafik: Neues Herz-Mapping-Verfahren (Quelle: rbb)
Bisher behandelten Kardiologen das Vorhofflimmern mit einer Form der Katheterablation, bei der sie Patienten unter Röntgenkontrolle oder elektromagnetische Felder (ähnlich GPS) einen Katheter in den Vorhof schoben. Dann verödeten sie die verdächtigen Zellen mit Hochfrequenzstrom oder Kälte. Bei etwa 65 Prozent der Patienten half das, die Rhythmusstörungen stoppten.
Blasebalg für neues Herz-Mapping-Verfahren (Quelle: rbb)
Nun setzen Ärzte um den Kardiologen Prof. Dietrich Andresen vom Vivantes Klinikum Am Urban und im Friedrichshain erstmalig in Berlin ein neues Verfahren ein. Dabei ver-wenden sie die "direkte Endoskopie“. Die Kardiologen verschaffen sich endoskopisch Zugang zum Herzen und sondieren das schlagende Herz mit einer 0,5 Millimeter großen Kamera. Wie der Arzt bei einer Darmspiegelung alle Auffälligkeiten der Darmwand beurteilen kann, ermöglichen die Livebilder aus dem Herzen eine genaue Lokalisation des zu verödenden Areals.
Operation mit neuem Herz-Mapping-Verfahren (Quelle: rbb)
An der Spitze des Katheters, mit dem sich der Kardiologe in das Herz vorarbeitet, sitzt ein Silikon-Ballon. Spannen die Ärzte den Ballon auf, verdrängt er alles Blut und die Ärzte haben freie Sicht auf die Innenhaut des Vorhofes. Verdächtige Bereiche, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind, veröden die Ärzte dann per Laser durch den Silikon-Ballon hindurch.

Anders als bei herkömmlichen Verfahren sind die Ärzte mit dem neuen Verfahren erstmals in der Lage, die Herzabschnitte direkt zu sehen, in denen sie Zellen veröden wollen. Ob die neue Methode bessere Ergebnisse liefert als die herkömmliche Katheterablation, werden Langzeitstudien zeigen müssen.

Filmbeitrag: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner