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Fast ein Viertel der Ärzte in Brandenburg ist älter als 60 Jahre. Je weiter draußen die Praxis liegt, desto schwieriger wird die Suche nach einem Nachfolger. Zurzeit fehlen in Brandenburg 120 Hausärzte, unter den Fachärzten mangelt es vor allem an Hautspezialisten. Der 40-jährige Stefan Höhne gehört zu den jüngeren Ärzte, die sich bewusst dazu entschließen, auf dem Land zu praktizieren. Von Zehdenick aus versorgt er etwa 1500 Patienten pro Quartal.

Schon 2010 war es extrem schwer einen Nachfolger zu finden in der Region. Bis heute hat sich zwar die absolute Zahl der fehlenden Ärzte nicht verändert, doch vor allem in den sehr ländlichen Regionen fehlt es an ärztlicher Expertise. Das Durchschnittsalter aller bran-denburgischen Vertragsärzte beträgt mittlerweile knapp 53 Jahre. Stefan Höhne kommt ursprünglich aus Berlin-Reinickendorf. Er hat vier Jahre in verschiedenen Berliner Krankenhäusern gearbeitet, größtenteils in der Forschung. Doch diese Arbeit war ihm zu weit weg von den Menschen. Seine Motivation für den Ortswechsel: das Gebrauchtwerden.
In Zehdenick angekommen, entrümpelte Höhne zunächst die alte Praxis seines Vorgängers und schaffte Computer und moderne Diagnosegeräte an. Damit will er seinen Patienten ersparen, für Laboruntersuchungen oder Ultraschall zum Facharzt gehen zu müssen. Wer nicht mehr in die Praxis kommen kann, den besucht Höhne einmal die Woche zu Hause oder immer dann, wenn es akut nötig wird.
Stefan Höhne begrüßt es, dass es Pläne gibt, eine Medizinische Hochschule in Brandenburg zu gründen. Er hat beobachtet, dass Ärzte, die an städtischen Hochschulen ausgebildet werden, oft auch in der Stadt bleiben. Höhne steht in Kontakt mit den Initiatoren und würde seine Praxis auch als Lehrpraxis zur Verfügung stellen.

1500 Patienten versorgt der Allgemeinmediziner im Quartal; das sind deutlich mehr als in einer Berliner Hausarzt-Praxis. Zur Seite stehen ihm zwei Krankenschwestern und eine Sprechstundenhilfe. Viel Arbeit für die vier. Bei einer Grippewelle oder wenn viele Hausbesuche zu machen sind, kaum zu schaffen. Deshalb wartet er dringend auf die Zusage einer jungen Kollegin, die ab Sommer ihre Facharztausbildung bei ihm machen will.
Filmbeitrag: Ursula Stamm
Infotext: Constanze Löffler



