Animation Rheuma Medikamente (Quelle: rbb)

- Rheuma – Hilfe aus der Kältekammer

Wer unter Rheuma leidet, hat oft große Schwierigkeiten, die schmerzenden oder geschwollenen Gelenke zu bewegen. Im Berliner Immanuel-Krankenhaus lindert eine Kältekammer die Beschwerden von Rheumapatienten und verbessert ihre Beweglichkeit. Die Zuschauer der rbb Praxis sind live dabei, wenn sich die Patienten bei minus 110 Grad Celsius der Therapie unterziehen.

Frau vor einer Kältekammer, Quelle: dpa
Insgesamt leiden rund drei Millionen Menschen in Deutschland unter Rheuma. Die rheumatoide Arthritis (RA) ist dessen häufigste Form, hierzulande sind allein 800.000 Menschen daran erkrankt. Frauen sind zwei- bis dreimal so oft betroffen wie Männer. Ausgelöst wird die RA durch einen immunologischen Prozess: Körpereigene Abwehrzellen ru-fen eine chronische Entzündung hervor, der Gelenkknorpel und Knochen schädigt.

Viele Betroffene haben eine Odyssee an Arzt- und Klinikbesuchen hinter sich, haben schulmedizinische Arzneien wie Basistherapeutika (DMARD: disease-modifying anti-rheumatic drugs), nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Kortikosteroide genommen – oft ohne, dass das ihre Lebensqualität entscheidend verbessert hätte. Deshalb fragen viele Patienten mit RA naturheilkundliche und alternative Therapieangebote nach, die bei RA nachgewiesenermaßen gut wirken.
Zwei junge Leute in der Kältekammer, Wärmebild, Quelle: rbb
Eine Möglichkeit: die Therapie in der Kältekammer. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen. Die Durchblutung wird kurzfristig vermindert und der Stoffwechsel gedrosselt. Anschließend kurbelt der Körper die Durchblutung und damit auch den Stoffwechsel verstärkt an.

Die Kälte reizt Haut und Gefäße also sehr intensiv und setzt dadurch im Körper zahlreiche schmerz- und entzündungshemmende Mechanismen in Gang. Dadurch wirkt die Kältekammer schmerzdämpfend und entzündungshemmend. Diese Wirkung machen sich die Therapeuten auch bei anderen Beschwerden wie chronischen Schmerzen oder Atemwegserkrankungen zunutze. Die Kosten tragen die Kassen im Rahmen eines stationären Aufenthalts, ambulante Patienten müssen 180 Euro für insgesamt zehn Behandlungen zumeist aus eigener Tasche bezahlen.

Filmbeitrag: Benjamin Kaiser
Infotext: Constanze Löffler

Im Gespräch vor Ort