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Sonnenschwielen sind die Vorstufe von hellem Hautkrebs – die häufigste Krebsart der hellhäutigen, älteren Bevölkerung. Mittlerweile nimmt die Erkrankungsrate auch unter jüngeren Menschen zu. Im frühen Stadium ist die Hauterkrankung noch gut behandelbar. Moderne Therapien mit Cremes und Gel treten an die Seite altbewährter Lichttherapien. Für wen welche Therapie in Frage kommt, zeigt die rbb Praxis.

Die veränderten Zellen bei aktinischer Keratose sind zwar noch kein Hautkrebs. Trotzdem sollten sie behandelt werden, denn daraus kann sich heller Hautkrebs entwickeln. Für die aktinische Keratose gibt es verschiedene Therapien. Eine Möglichkeit ist die so genannte Photodynamische Therapie (PDT). Dafür wird ein spezieller PDT-Wirkstoff wie Aminolävulinsäure mit rotem Kaltlicht kombiniert. Der Wirkstoff ist in einer Creme oder einem Pflaster enthalten, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird.
Nach einer Einwirkzeit von mehreren Stunden lagert sich die Substanz in den krankhaften Zellen ab und sensibilisiert sie für Licht. In den gesunden Zellen wird die Substanz rasch wieder abgebaut. Somit kann mit der Belichtung gezielt das veränderte Gewebe behandelt werden: Das Licht erzeugt in den kranken Zellen toxische Sauerstoffradikale, welche die Zellen zerstören.

Anlass war die Veröffentlichung der Ergebnisse von vier Studien, deren Ergebnisse die Gruppe um Neil Swanson von der Oregon Health and Science University in Portland zusammengefasst und im New England Journal of Medicine publiziert hatte. In Deutschland ist das Gel seit Januar 2013 zugelassen.
Die Creme wird an drei aufeinander folgenden Tagen aufgetragen. Meist treten bereits nach einem Tag Hautreaktionen auf, die etwa bis eine Woche nach Anwendung der Salbe anhalten: Die Haut schuppt, bildet Blasen und Pusteln sowie Wundschorf. Nach etwa acht Wochen ist ein Therapieerfolg beurteilbar.
Der Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich werden die kranken Zellen direkt angegriffen. Außerdem wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst, welche die kranken Zellen ebenfalls schädigen. Bislang weiß man jedoch nicht, ob die neue Salbe besser wirkt als bisherige Therapien. Die Kassen übernehmen die Kosten für die Salbe.
Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Constanze Löffler





