verschiedene Mückensprays (Quelle: rbb)

- Im Praxis-TEST: Mückenmittel

Sie fliegen schon wieder! Lästige Stechmücken können lauschige Sommerabende und beschauliche Waldspaziergänge gründlich vermiesen. Mückenabwehrmittel haben jetzt Hochkonjunktur. Aber: welches Mittel hilft wirklich zuverlässig und anhaltend? Die rbb PRAXIS macht den Labortest.

Zum Eincremen gibt es vier verschiedene Wirkstoffgruppen: zum einen chemische Produkte mit dem Wirkstoff Icaridin oder DEET. Zum anderen sind pflanzliche Mittel auf dem Markt, sie enthalten ätherische Öle oder Zitroneneukalyptus-Extrakt.

Die rbb PRAXIS testet aus jeder Wirkstoffgruppe ein Produkt:
1. Greensect für vier Euro
2. Zedan sechs Euro
3. Autan für sechs Euro
4. Anti Brumm 15 Euro

Durchgeführt wurde der Test in dem Labor der Firma Biogents. Das Institut in Regensburg ist es eines der wenigen, das Mücken züchtet. Die dort eingesetzten Testinsekten stechen auch tagsüber und sind besonders aggressiv. Rund vierzig Insekten kamen in jeden Versuchskäfig, ausschließlich Weibchen, denn nur sie stechen. Sie brauchen das Blut der Menschen, weil es Proteine enthält, die die Weibchen zur Eiablage benötigen.

Zwei Testpersonen haben sich zur Verfügung gestellt. Um zu testen, ob die beiden mit den Anti-Mückenmitteln einen Abend z.B. im Biergarten überstehen würden, cremten sie ihre Unterarme jeweils mit einer Testsubstanz ein.

Ergebnis:
1) Direkt nach dem Auftragen ließen die Mücken die Testpersonen in Ruhe. Zumindest bei drei Produkten. Zedan hingegen, das durch die ätherischen Öle am stärksten riecht, konnte nichts ausrichten, die Mücken stachen zu.
2) Nach einer Stunde wurde die Mückenabwehr erneut geprüft. Sie funktionierte bei allen drei verbliebenen Produkten.
3) Auch nach zwei Stunden halten die drei Anti-Mücken-Mittel die Insekten noch fern.
4) Nach drei Stunden war der Geruch des zweiten natürlichen Produkts, Greensect mit Zitroneneukalyptus, offensichtlich verflogen, die Mücken stachen wieder zu.
5) Nach dreieinhalb Stunden brach auch die Mückenabwehr des Autans ein. Dagegen hält das Anti-Brumm mit dem Wirkstoff DEET die Blutsauger noch fern.

Fazit: Zedan mit ätherischen Ölen war ein "Totalausfall" und ist daher Testverlierer. Greensect mit Zitronen-Eukalyptus-Extrakt hielt drei Stunden, Autan mit dem Wirkstoff Icaradin etwa dreieinhalb Stunden. rbb PRAXIS-Testsieger wurde Anti Brumm mit dem Wirkstoff DEET.
Mücken sitzen auf einem Arm, Quelle: rbb

Andere Möglichkeiten, sich vor Mücken zu schützen:

Mückenschutz via App
1) Wer keine Lust hat, sich einzucremen, kann die Mückenabwehr auch mit Armbändern testen, die ätherische Öle oder Wirkstoffe enthalten, die auch in Parfums enthalten sind. Ob das allerdings wirkt, ist fraglich. Denn der Duftstoff vertreibt die Insekten nur räumlich begrenzt – eben nur um den Arm herum.

2) Eine weitere Möglichkeit ist der Anti-Mücken-Stecker. Der Stecker strahlt – in die Steckdose eingesteckt – Klangwellen aus, die die Aktivität der weiblichen Mücken stören und sie so vertreiben soll. Es kommen keine chemischen Produkte zum Einsatz, die Geräte arbeiten mit hohen Tönen im Ultraschall-Bereich. Mittlerweile gibt es auch Anti-Mücken-Apps kostenlos für das Smartphone. Ob die Hochtonabwehr per Stecker oder App allerdings überhaupt etwas taugt, ist umstritten.

3) Weiterhin fraglich ist die Wirkung sogenannter Biozidverdampfer. Die Substanzen belasten die Raumluft und können bei empfindlichen Personen und Säuglingen zu Schleimhautreizungen führen. Eine Daueranwendung sollte ebenso vermieden werden wie der Einsatz der Geräte in Innenräumen oder zu nahe am Kopf.

Beitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner

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