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Es trifft nicht nur Sportler, denn es reicht schon eine ungeschickte Kniedrehung und das Kreuzband reißt. Muss dann immer operiert werden? Und was passiert, wenn die Operation keinen dauerhaften Erfolg bringt?
Die rbb PRAXIS informiert und zeigt, wie man mit einfachen Übungen das Knie stabilisieren kann.
Am Samstag dieser Woche steht das spannendste Fußballduell des Jahres hierzulande an. Doch der Abwehrspieler des FC-Bayern München Holger Badstuber wird das Champions-League-Finale gegen Borrussia Dortmund von der Bank aus verfolgen müssen. Denn er erlitt kürzlich einen Kreuzbandriss und muss sechs Monate pausieren.
Das Knie ist eines der Gelenke, das sowohl beim Sport als auch im Alltag extrem beansprucht wird und entsprechend häufig verletzt ist. Doch ganz gleich, ob es sich um einen Kreuzbandriss, eine Kniescheibenverrenkung, eine Außenband- und Innenbandverletzung im Sprunggelenk oder Mehrbandverletzungen handelt: Nahezu jede Verletzung an Knie- oder Sprunggelenk zieht eine Beschädigung der Bänder nach sich. Häufige Folge: das Risiko von Arthrose-Knorpelverschleiß - nimmt zu.
Der Kreuzbandriss gehört zu den schwersten und häufigsten Bänderverletzungen. Meist sind auch der Meniskus, das Innenband oder der Gelenk-Knorpel in Mitleidenschaft gezogen. Das vordere Kreuzband reißt zehn bis zwölf Mal häufiger als das hintere. Etwa bei jedem dritten Betroffenen ist dann zusätzlich ein Meniskus beschädigt. Dass das Knie so anfällig ist, liegt zum einem an seiner komplizierten Anatomie, zum anderen daran, dass es als das meist beanspruchte Gelenk des Körpers fast dessen gesamtes Gewicht trägt. Viele muten ihm daher zu viel zu.
Das Knie ist eines der Gelenke, das sowohl beim Sport als auch im Alltag extrem beansprucht wird und entsprechend häufig verletzt ist. Doch ganz gleich, ob es sich um einen Kreuzbandriss, eine Kniescheibenverrenkung, eine Außenband- und Innenbandverletzung im Sprunggelenk oder Mehrbandverletzungen handelt: Nahezu jede Verletzung an Knie- oder Sprunggelenk zieht eine Beschädigung der Bänder nach sich. Häufige Folge: das Risiko von Arthrose-Knorpelverschleiß - nimmt zu.
Der Kreuzbandriss gehört zu den schwersten und häufigsten Bänderverletzungen. Meist sind auch der Meniskus, das Innenband oder der Gelenk-Knorpel in Mitleidenschaft gezogen. Das vordere Kreuzband reißt zehn bis zwölf Mal häufiger als das hintere. Etwa bei jedem dritten Betroffenen ist dann zusätzlich ein Meniskus beschädigt. Dass das Knie so anfällig ist, liegt zum einem an seiner komplizierten Anatomie, zum anderen daran, dass es als das meist beanspruchte Gelenk des Körpers fast dessen gesamtes Gewicht trägt. Viele muten ihm daher zu viel zu.

OP - ja oder nein?
Ein Kreuzbandriss muss nicht zwangsläufig operiert werden, wenn stattdessen die Oberschenkelmuskulatur so trainiert wird, dass sie für die alltägliche Belastung genug Stabilität liefert. Doch durch einen Kreuzbandriss wird das Gelenk instabil, zusätzlich rutscht der Schienbeinkopf bei jedem Schritt einen Zentimeter nach vorn und wieder zurück. So kann die Knorpelschicht des Gelenks beschädigt werden. Fest steht: Muskeln können die Bandschwäche samt Folgeschäden nicht immer kompensieren. Über längere Zeit zermürbt zudem der Innenmeniskus, meist reißt er innerhalb des ersten Jahres nach einem Kreuzbandschaden.
Experten gehen heute davon aus, dass für eine gute Langzeitprognose vor allem ein intakter Meniskus wichtig ist. Wer mit seinem Knie noch ein bisschen was "vorhat", sollte sich überlegen, ein gerissenes Kreuzband operieren zu lassen. Entscheidend ist, sich gut über das Pro und Contra einer OP beraten zu lassen.
Mehr als 90 Prozent der Kreuzbandrisse werden heute mit einer Kreuzbandplastik behoben. Experten verwenden körpereigene, gelenknahe Sehnen, wie zum Beispiel ein streifiges Sehnen-Knochen-Transplantat aus der Patellasehne, die zwischen der Kniescheibe und dem Schienbein liegt. Meist wird heute jedoch ein Stück der Semitendinosus-Sehne eingesetzt, die seitlich zwischen Ober- und Unterschenkel verläuft.
Experten gehen heute davon aus, dass für eine gute Langzeitprognose vor allem ein intakter Meniskus wichtig ist. Wer mit seinem Knie noch ein bisschen was "vorhat", sollte sich überlegen, ein gerissenes Kreuzband operieren zu lassen. Entscheidend ist, sich gut über das Pro und Contra einer OP beraten zu lassen.
Mehr als 90 Prozent der Kreuzbandrisse werden heute mit einer Kreuzbandplastik behoben. Experten verwenden körpereigene, gelenknahe Sehnen, wie zum Beispiel ein streifiges Sehnen-Knochen-Transplantat aus der Patellasehne, die zwischen der Kniescheibe und dem Schienbein liegt. Meist wird heute jedoch ein Stück der Semitendinosus-Sehne eingesetzt, die seitlich zwischen Ober- und Unterschenkel verläuft.

Ein langwieriger Prozess...
Darüber, welches der Transplantate besser ist, streiten sich die Experten seit Jahren. Zumindest früher galt die Patellasehne als die stabilere und schneller heilende Variante. Denn bei ihrer Entnahme verbleiben zwei Knochenstückchen an den Sehnenden, so dass nach der Operation Knochen an Knochen wächst. Fremdmaterial ist zur Befestigung daher unnötig. Heute ist die Semitendinosus-Sehne die meist verwendete: Sie ist zwar etwas schwieriger zu verankern, Experten zufolge verursacht sie aber weniger Komplikationen und weniger Schmerzen im vorderen Knie, da die Methode ohne eine Operationsnarbe auf der Vorderseite des Kniegelenks auskommt. Wichtig ist, sich für die Operation einen ausgewiesenen Experten zu suchen und im Zweifelsfall eine zweite Meinung einzuholen.
Der Heilungsprozess nach einer Kreuzbandoperation kann langwierig sein. Nicht selten dauert es sogar eineinhalb Jahre, bis der Patient nicht mehr bei jeder Bewegung an seine Knieverletzung denkt. Oft bleibt das Knie noch darüber hinaus eine Schwachstelle.
Der Erfolg der Operation hängt auch von der Qualität der physiotherapeutischen Nachbehandlung ab. Denn neben den Bändern geht bei der Verletzung auch anderes kaputt: Ein Drittel aller Rezeptoren, die das Gehirn braucht, um den Bewegungsablauf des Knies zu koordinieren, sitzen auf dem vorderen Kreuzband. Bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte daher mit Physiotherapie begonnen werden. Schließlich ersetzt die Kreuzbandplastik nur das Band, nicht aber die tausenden Nervenenden, die vor der Verletzung Informationen über die Lage und andere Funktionen des Gelenks an das Gehirn gesendet haben. Der Körper muss deshalb die mechanische und sensorische Kontrolle wieder lernen. Wie der Muskelaufbau kostet auch das Training von Eigenreflexen, Koordination und Gleichgewicht Zeit.
Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Beate Wagner
Der Heilungsprozess nach einer Kreuzbandoperation kann langwierig sein. Nicht selten dauert es sogar eineinhalb Jahre, bis der Patient nicht mehr bei jeder Bewegung an seine Knieverletzung denkt. Oft bleibt das Knie noch darüber hinaus eine Schwachstelle.
Der Erfolg der Operation hängt auch von der Qualität der physiotherapeutischen Nachbehandlung ab. Denn neben den Bändern geht bei der Verletzung auch anderes kaputt: Ein Drittel aller Rezeptoren, die das Gehirn braucht, um den Bewegungsablauf des Knies zu koordinieren, sitzen auf dem vorderen Kreuzband. Bereits in den ersten Tagen nach dem Eingriff sollte daher mit Physiotherapie begonnen werden. Schließlich ersetzt die Kreuzbandplastik nur das Band, nicht aber die tausenden Nervenenden, die vor der Verletzung Informationen über die Lage und andere Funktionen des Gelenks an das Gehirn gesendet haben. Der Körper muss deshalb die mechanische und sensorische Kontrolle wieder lernen. Wie der Muskelaufbau kostet auch das Training von Eigenreflexen, Koordination und Gleichgewicht Zeit.
Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Beate Wagner







