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rbbonline | Archiv Fernsehen

Burnout – dieser Begriff ist zur Zeit in aller Munde. Ausgelöst durch einen Fußballtrainer, der einfach nicht mehr konnte, diskutiert ganz Deutschland über das Erschöpfungssyndrom.
Es geht um totale körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung. Es geht um verringerte Leistungsfähigkeit. Es geht um Ausgebrannt sein. Burnout ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien, sondern eine ausgelöst durch Stress auftretende Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Er trifft meist Menschen zwischen 30 und Mitte 50, also in einem Alter, in dem sie besonders leistungsfähig sein wollen und sollen.
Anders als oft behauptet ist der Burnout aber kein Managerproblem: Immer mehr Lehrer, Sportler, Politiker, Forschungsmitarbeiter, Langzeitpflegende kranker Angehöriger bis hin zu Verkäufern leiden darunter. Wer die an ihn gestellten Erwartungen nicht erfüllt, fühlt sich als Versager – und kann plötzlich gar nichts mehr leisten.
Die Spirale nimmt dann ganz von allein ihren typischen Verlauf. Von frustrierenden Erlebnissen und dem Gefühl der Desillusionierung geht es über in Desinteresse, Apathie, Leistungsminderung schließlich zu den psychosomatischen Erkrankungen. Das können Hautprobleme genauso wie Rückenschmerzen sein. Es kommt außerdem zu depressiven Symptomen. Nicht selten betäuben die Betroffenen sie entweder mit Medikamenten oder einer krankhaften Unruhe und Hyperaktivität, gepaart mit Schlafproblemen. Die unterschiedlichen Phasen des Burnouts versuchen sie, mit Medikamenten in Schach zu halten – der Beginn einer Suchtspirale.
Wer spürt, dass er selbst Burnout gefährdet ist, sollte nicht die Augen verschließen. Viel wichtiger ist es, den Kontakt zur Familie zu halten, auf Fragen der Angehörigen zu reagieren, wenn sie sich zum Beispiel über die auffällig häufige Gereiztheit oder eigenes Desinteresse beschweren. Das sollten Alarmzeichen für Betreffende sein. Außerdem wichtig: Keine Scheu haben, sich Hilfe zu holen.
Gesprächstherapie einzeln und in der Gruppe
Schaffen Betroffene es nicht, rechtszeitig Bescheid zu geben, geraten die Patienten am Ende in einen Teufelskreis, aus dem sie sich ohne professionelle Hilfe meist nicht befreien können. Vier bis sechs Wochen dauert die stationäre oder ambulante Behandlung in einer Tagesklinik für Psychosomatische Therapie und Psychotherapie. In der Regel schließt sich eine ambulante Psychotherapie bei niedergelassenen Ärzten oder Psychotherapeuten an, die ca. - 12 bis 18 Monate dauert.
In der Therapie erlernen die Patienten verschiedene Techniken, die ihnen helfen sollen, Stress und Spannungszustände abzubauen. Schwerpunkt sind jedoch die regelmäßigen Einzelgespräche mit dem Facharzt für psychosomatische Medizin. In der Therapie macht der Patient die Erfahrung, dass ihm jemand zuhört. Darüber lernt er auch wieder mit sich selbst ein gutes Gespräch zu führen und zu hören, wo die eigenen Wünsche und Gefühle sind.
Filmbeitrag: Bert Ostberg
Infotext: Beate Wagner
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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