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Ein Versprechen wie dieses ist mehr als ein Liebesbeweis. Es ist ein Satz mit Folgen. Mehr als 60 Mal haben Menschen in Berlin und Brandenburg ihn gesagt – zu Schwester, Bruder, Tochter oder dem Gatten. Sie erklärten sich damit bereit, ihrem Angehörigen ein Organ zu spenden. Doch welche Gefahren birgt ein solcher Eingriff?
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Macht die Transplantation den Schwerkranken gesund und den gesunden Spender krank? Das rbb Praxis-Feature erzählt von den Ängsten Betroffener, beschreibt deren Hoffen auf einen guten Ausgang der Transplantation und klärt über die Risiken auf. Zudem berichtet der Film über neue medizinische Techniken, die eine Lebendspende ermöglichen.
Frank Walter Steinmeier, Franz Beckenbauer, Matthias Platzeck – seit Prominente sich zur Organspende bekennen, ist das Thema in aller Munde. Doch das reicht nicht. Insgesamt warten in Deutschland 12 000 Patienten auf ein Spenderorgan, allein 8000 auf eine neue Niere. Etwas weniger häufig werden verpflanzt: Leber- und Herz, selten Bauchspeicheldrüse, Lunge oder Teile des Darmes.
Zwar war die Zahl der Organspenden der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zufolge im Jahr 2010 höher als in den Jahren zuvor. 1296 Menschen stellten ihr Herz, ihre Niere oder ihre Leber zur Verfügung. Insgesamt wurden 4326 Organe transplantiert. Dennoch kommt die Hilfe für viele Patienten zu spät: Etwa 1000 Patienten sterben pro Jahr, bevor es ein neues Organ für sie gibt.
2011 waren die Zahlen der Organtransplantationen zudem wieder rückläufig. Das Problem: Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzGA) aus dem Jahr 2010 sind mehr als 74 Prozent der Bundesbürger grundsätzlich bereit, ein Organ zu spenden. Doch nur etwa ein Viertel von ihnen füllt einen Organspendeausweis aus und bekennt sich zu seiner Entscheidung. Müssen Angehörige für einen gerade Verstorbenen ohne Ausweis entscheiden, lehnen sie eine Organentnahme meist ab.
Deutsche müssen sich zukünftig mehr mit dem Thema beschäftigen
Im internationalen Vergleich liegt Deutschland auch durch diese Regelung weit hinten. Eine für medizinische Experten und die Politik nicht akzeptable Situation. Vor einer Woche einigten sich daher die Vorsitzenden aller Fraktionen im Bundestag darauf, dass die Bundesbürger zukünftig regelmäßig und strukturiert mit dem Thema konfrontiert werden sollen. Konkret heißt das: Jedes Mal, wenn Krankenkassen an ihre Versicherten eine neue Karte verschicken, wird die Bereitschaft zur Organspende abgefragt. Sie müssen sich also aktiv entscheiden (Entscheidungslösung). Die Versicherten dürfen jedoch nicht gezwungen werden, auf die Anfrage zu reagieren. Bis Ende des Jahres wollen Union, SPD, FDP und Grüne und Linke einen Gesetzentwurf erarbeiten. Bis Mitte 2012 soll das Gesetz geändert werden.
Ob die angestrebte Gesetzesänderung die Zahl der Organspender erhöhen wird, ist fraglich. Denn ebenso wie bisher entscheiden sich die Bürger nur, wenn sie der Staat aktiv befragt. Bisher gilt hierzulande also die „erweiterte Zustimmungslösung“. Die Entnahme eines Organs ist nur zulässig, wenn ein Verstorbener zu Lebzeiten eingewilligt hat. Dies kann schriftlich oder mündlich erfolgt sein. Einzig klar ist: Ländern mit der sogenannten Widerspruchslösung stehen mehr Spenderorgane zur Verfügung. Die Menschen dort müssen sich zu Lebzeiten ausdrücklich äußern, wenn sie eine Organentnahme ablehnen. Ansonsten können ihre Organe nach dem Tod transplantiert werden.
Wer kann seine Organe nach dem Tod spenden?
Grundsätzlich kann jeder, der möchte, seine Organe nach dem Tod spenden. Das Alter spielt keine Rolle. Ausgeschlossen sind jedoch Menschen mit Krebserkrankung oder positivem HIV-Befund. Voraussetzung dafür, dass einem Verstorbenen Organe entnommen werden können, ist der Hirntod. Er liegt vor, wenn alle Teile des Gehirns unwiderruflich ausgefallen sind. Der Hirntod wird von zwei erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander festgestellt.
Ist der Hirntod zweifelsfrei festgestellt und liegt eine Zustimmung zur Organspende vor, wird die Transplantation durch verschiedene Laboruntersuchungen und medizinische Tests vorbereitet und Eurotransplant informiert. Das ist die zentrale Vermittlungsstelle, die vom Gesetzgeber beauftragt ist und alle Spendernieren zuteilt. Gibt es einen geeigneten Empfänger für die entnommenen Organe, werden sie konserviert und in das entsprechende Transplantationszentrum transportiert.
Chronisch Kranke warten durchschnittlich acht bis zehn Jahre, bis der erlösende Anruf kommt und ein Organ für sie bereitsteht. Viele Nieren-Patienten waren zuvor jahrelang von der Dialyse abhängig. Diese Nierenersatztherapie ist seelisch und körperlich anstrengend. Dreimal die Woche, fünf Stunden, müssen die Betroffenen zur „Blutwäsche“, wie die Therapie in der Umgangssprache genannt wird. Neben der Transplantation ist die Dialyse jedoch die einzige Möglichkeit, Patienten mit endgültigem Nierenversagen am Leben zu erhalten.
Denn die künstliche Niere übernimmt die Aufgabe, Giftstoffe aus dem Körper zu filtrieren und den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Die häufigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen mit nachfolgender Dialyse sind der insulinabhängige Diabetes mellitus mit Nierenkomplikation, das chronische nephritische Syndrom, die hypertensive Nierenkrankheit mit Niereninsuffizienz und die polyzystische Niere.
Viele Betroffene müssen im Rahmen der Dialyse-Behandlung ihre Arbeit aufgeben. So verändert sich ihr gesamtes Leben. Daher wünschen sich diese Patienten nichts sehnlicher als ein neues Organ.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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