Stethoskop und eine Terminkarte vom Arzt. Quelle: imago

rbb Praxis News vom 17.01.2013 - Ärzte und Bundesregierung versprechen kürzere Wartezeiten

Laut einer Umfrage wartet gut jeder fünfte gesetzlich Versicherte mehrere Wochen auf einen Arzttermin. Ärzte und die Bundesregierung wollen nun etwas gegen lange Wartezeiten unternehmen. Die Ansätze sind dabei unterschiedlich.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte beim Neujahrsempfang der Ärzteschaft in Berlin am Donnerstagabend, dass Unzulänglichkeiten bei den Wartezeiten keine Einzelfälle seien. Der scheidende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, meinte, die Zeiten seien insgesamt nicht besonders lang, aber man arbeite an Lösungen für Fälle übermäßigen Wartens.

Die Bundesärztekammer hatte zuletzt vorgeschlagen "dringliche Überweisungen" für schnellere Facharzttermine einzuführen. Gröhe lehnte dies nicht ab, hielt aber an anderslautenden Koalitionsplänen fest. Die schwarz-rote Koalition will die Ärzteschaft zur Einrichtung von Servicestellen verpflichten, sodass Kassenpatienten innerhalb von vier Wochen einen Termin bekommen. Gröhe sagte, wenn die vorgeschlagenen unterschiedlichen Überweisungen ihren Sinn entfalteten, hätten die Servicestellen dann weniger zu tun. Von den Ärzten waren ablehnende und skeptische Kommentare zur geplanten Vier-Wochen-Frist gekommen.

Laut einer Umfrage im Auftrag der KBV aus dem Jahr 2011 warteten 22 Prozent der gesetzlich Versicherten mehrere Wochen auf einen Arzttermin. Gar keine Wartezeit hatten 32 Prozent.


Quelle: dpa