
rbb Praxis News vom 21.01.2014 -
Immer mehr Menschen nehmen eine Intensivberatung bei Patientenschützern in Anspruch. Im vergangenen Jahr gingen bei der Deutschen Stiftung Patientenschutz nach deren Angaben 15 Prozent mehr Anfragen ein als noch vor fünf Jahren.
Insgesamt erreichten die Stiftung im Jahr 2013 28.200 Anfragen von Patienten. Davon suchten 2300 Patienten in Krisenfällen. Das ist eine Steigerung um 50 Prozent, wie Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Dienstag berichtete. Pflegebedürftigen würden Reha-Maßnahmen abgelehnt, Gehbehinderte müssten um einen individuellen Rollstuhl kämpfen, Kranken würde Sauerstoff verweigert. Man erkenne deutlich, wie restriktiv die Kassen mit ihren Mitgliedern umgingen, sagte Brysch. Aber: "Häufig reagieren die Kassen, Krankenhäuser, Ärzte und Pflegeanbieter schon, wenn sie merken, dass die Betroffenen nicht allein dastehen."
Mehr als jeder Dritte, der bei der Stiftung Rat suchte, bat um Aufklärung in Sachen Patientenverfügung. Das Bedürfnis in gesunden Zeiten verbindlich zu regeln, wie er im Falle einer schweren Krankheit behandelt werden wolle - und wie nicht – scheint recht hoch zu sein. Standardanfragen, wie nach dem nächstgelegenen Hospiz waren rückläufig.
Quelle: dpa

