Das Modell von einem menschlichen Gehirn © dpa
Das Modell von einem menschlichen Gehirn © dpa

rbb Praxis News vom 28.10.2013 - Charité-Studie: Zuckerspiegel kann Gedächtnis im Alter beeinflussen

Zuckerspiegel und Gedächtnisleistung hängen zusammen. Ein niedriger Blutzuckerspiegel im Alter kann nach einer Studie der Berliner Charité zu besseren Gedächtnisleistungen führen.

In der Untersuchung für die Fachzeitschrift "Neurology" zeigte sich, dass die Merkfähigkeit gesunder Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren stark vom Zuckergehalt im Blut abhing. War er dauerhaft hoch, konnten sie sich zum Beispiel Wörter schlechter merken.

In einem der Tests mussten die Probanden eine Liste mit 15 Wörtern für 30 Minuten in Erinnerung behalten. Teilnehmer mit viel Zucker im Blut erinnerten sich im Durchschnitt an zwei Wörter weniger als Probanden mit niedrigerem Zuckerspiegel. Die Analyse der Kernspintomographie des Gehirns ergab außerdem, dass der Hippocampus der Zuckerliebhaber kleiner war und eine schlechtere Struktur aufwies.

Selbst für Menschen mit einem normalen Zuckerspiegel könnte es also eine vielversprechende Strategie sein, im Alter ihre Gedächtnisleistungen durch noch weniger Süßes zu erhalten, folgert Studienleiterin Agnes Flöel. Sie hatte für die Studie 141 gesunde Probanden untersucht.

In der Praxis bedeute das zum Beispiel, Übergewicht zu vermeiden und viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Fisch zu essen. Auch regelmäßige Bewegung wirke sich positiv auf den
Zuckerspiegel aus. Für gesicherte Aussagen seien aber weitere Studien nötig.

Quelle: dpa