
rbb Praxis News vom 04.03.2014 -
Um gegen gefährliche Krankenhausinfektionen anzugehen, wollen Chirurgen die vorbeugende Antibiotikabgabe bei Operationen reduzieren. Durch die Beschränkung der Vergabe soll die Bildung multiresistenter Keime verhindert werden.
"Es ist unnütz, nach der Operation weiterhin vorbeugend Antibiotika zu verabreichen",
erklärte Christian Eckmann von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) am Dienstag in Berlin. Außerdem sei vor einem Eingriff unter drei Stunden die einmalige Gabe eines Antibiotikums zum Schutz vor Wundinfektionen völlig
ausreichend.
Die Chirurgenverbände warnen davor, dass durch den unnötigen Einsatz von Antibiotika in Krankenhäusern die Entstehung und Verbreitung lebensgefährlicher Krankenhausinfektionen gefördert werde. So entwickeln sich sogenannte multiresistente Keime, gegen die verschiedene gängige Antibiotika unwirksam sind.
Laut dem Verband erleiden Patienten, die auf chirurgischen Stationen liegen doppelt so oft Infektionen wie andere Patienten. Dazu zählten vor allem Wundinfektionen. Um dem vorzubeugen, verabreichen die Ärzte Antibiotika.
Auf dem 131. Chirurgenkongress Ende März in Berlin wollen Experten nun Vorschläge vorlegen, wie die Zahl der Wundinfektionen gesenkt und gleichzeitig unnötiger Antibiotikaeinsatz verhindert werden kann. Dabei soll unter anderem berücksichtigt werden, welche Eingriffe - wie etwa Schilddrüsen-Operationen - ganz ohne Antibiotika auskommen können.
Quelle: AFP

