
rbb Praxis News vom 14.01.2014 -
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in Kinderkleidung bekannter Marken gefährliche Chemikalien gefunden. In einer Stichprobe von 82 Kleidungsstücken wiesen die Tester bei jeder Marke Weichmacher oder andere bedenkliche Stoffe nach, wie ein Sprecher am Dienstag in Hamburg sagte.
Zu den getesteten Marken internationaler Modefirmen gehörten C&A, H&M, Primark und Uniqlo, Adidas, LiNing aus China, Nike, Puma sowie Burberry. Ein in Deutschland gekauftes billiges T-Shirt habe elf Prozent Weichmacher enthalten, so Greenpeace. Nach EU-Recht sei ein solcher Wert für Kinderspielzeug verboten, für Kleidung greife die Regelung aber nicht.
Bei Kinderkleidung mit Plastik-Aufdrucken fanden die Tester in 33 von 35 Textilien Weichmacher. In einigen Kleidungsstücken seien per- und polyflourierte Chemikalien (PFC) gefunden worden, darunter die als krebserregend geltende Perfluoroctansäure oder Substanzen, die zu dieser Chemikalie abgebaut werden können.
Einige PFC könnten das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, sagte der Greenpeace-Sprecher. PFC seien extrem langlebig und reicherten sich in der Umwelt und im Körper an. In T-Shirts und Schuhen für Kindern fanden die Tester auch Nonyphenolethoxylaten (NPE), das sich Greenpeace zufolge in der Umwelt zu Nonylphenol abbaut und hormonell wirksam ist.
Es kam in 50 der 82 getesteten Kleidungsstücke vor. Säuglinge und Kinder seien gegenüber den Chemikalien viel empfindlicher, erklärte Greenpeace. Die Chemikalien würden sich in den Organen von Kindern besser gespeichert, hinzu komme die geringere Fähigkeit, die schädlichen Chemikalien abzubauen.
Auch weil Kleinkinder viele Objekte in den Mund nehmen, nähmen sie häufiger Chemikalien auf. Der Greenpeace-Experte empfahl, auf die Textil-Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN) oder des Global Organic Textile Standard (GOTS) zu achten.
Quelle: afp

