
rbb PRAXIS vom 11.07.2013 -
Gravierende Mängel bei der medizinischen Versorgung von Osteoporose-Kranken zeigt jetzt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen und des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung.
Danach bekommen 60 Prozent der an Knochenschwund Erkrankten trotz eines Bruchs nicht die dringend benötigten Medikamente zum Knochenaufbau, wie die Techniker Krankenkasse mitteilt. Und selbst bei schweren Osteoporose-Fällen mit sieben und mehr Knochenbrüchen bleiben noch 42 Prozent der Versicherten ohne die notwendigen Medikamente.
Nach den Worten von Studienleiter Professor Dr. Roland Linder lässt sich Osteoporose mit Medikamenten wirksam und preiswert behandeln. Bei vielen der 6,3 Millionen Osteoporose-Kranken in Deutschland ließen sich Knochenbrüche mit Medikamenten vermeiden. Diese seien bereits ab 20 Euro im Monat zu haben. Erleidet ein Patient zwei oder mehr Frakturen, steigen die mittleren Behandlungskosten von 342 Euro auf 2.219 Euro im Jahr.
Bei 4,5 Milliarden Euro Osteoporose-Kosten in Deutschland lasse sich erahnen, wie viel "unsere Gesellschaft durch eine bessere Osteoporose-Behandlung an Leid und Geld sparen könnte. Laut der Studie leiden 24 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer ab 50 Jahren unter Osteoporose. Insgesamt wird die Zahl der
Neuerkrankungen auf 885.000 pro Jahr geschätzt.
Quelle: Techniker Krankanekasse


