
rbb PRAXIS News vom 30.07.2013 -
Einer neuen Studie der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge treibt jeder zweite Deutsche weniger als eine Stunde Sport pro Woche. "Bewegung wird für immer mehr Menschen zum Fremdwort", äußerte sich besorgt der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas bei der Vorstellung der Studie.
Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juni dieses Jahres rund 1000 Menschen ab 18 Jahren zu ihrem Bewegungsverhalten in Alltag, Freizeit, Urlaub und Beruf. In der Befragung gaben 20 Prozent der Teilnehmer an, überhaupt keinen Sport zu treiben. 40 Prozent treiben zwischen einer und fünf Stunden Sport pro Woche, sechs Prozent betätigen sich mehr als fünf Stunden sportlich und nehmen an Wettkämpfen teil.
Die TK wies darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO 150 Minuten moderates Training oder 75 Minuten intensives Training wöchentlich empfiehlt, dazu zwei Mal Kräftigungsübungen für die Muskulatur. Davon sei Deutschland noch weit entfernt, so heißt es in der Studie.
Besonders viele Sportmuffel gibt es in Ostdeutschland. Dort treibt weniger als jeder Zehnte mehr als drei Stunden Sport pro Woche. Im Westen tut dies jeder Fünfte. Die meisten Sportbegeisterten gibt es der Umfrage zufolge in Baden-Württemberg. Rund zwei Drittel der Bewohner machen regelmäßig Sport.
Auch im Alltag fällt die Motivation zur Bewegung offenbar vielen schwer. Rund 60 Prozent der Menschen im Alter von 26 bis 55 Jahren nehmen "wann immer möglich" Bus, Bahn oder Auto, um ans Ziel zu kommen. Schnelligkeit hat in dieser Gruppe Vorrang, was die TK auf ihre Aufgaben „zwischen Kindern, Job und zum Teil auch pflegebedürftigen Eltern“ zurückführt. Ab Mitte 50 drehe sich das Verhältnis um. Dann gehen die Befragten zu Fuß oder setzten sich aufs Rad – "auch wenn es länger dauert", hieß es in der Studie.
Laut TK sitzt jeder Deutsche durchschnittlich sieben Stunden am Tag. Um sich am Arbeitsplatz mehr zu bewegen, wünschten sich 44 Prozent der Befragten einen ergonomischen Arbeitsplatz, zum Beispiel mit Stehtisch oder Gymnastikball. 37 Prozent hätten gern Gesundheitskurse im Unternehmen und 30 Prozent gute Abstellmöglichkeiten fürs Fahrrad.
Quellen: AFP/epd

