
rbb Praxis News vom 12.11.2013 -
Die Zahl der Organspenden ist auf einen neuen Tiefstand gesunken. Bisher gab es in diesem Jahr 754 Spenden – 15,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der deutliche Einbruch ist auch auf die Organspendeskandale im Sommer 2012 zurückzuführen.
Die Zahl der gespendeten Organe sank in den ersten zehn Monaten zugleich um 11,8 Prozent auf 2647. 2012 standen im gleichen Zeitraum noch 3001 Spenderorgane für schwerkranke Patienten zur Verfügung.
Die Spenderzahlen sinken zwar seit 2010, besonders jedoch seit den Skandalen um Manipulationen bei der Organvergabe im Sommer 2012. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Rainer Hess, rief zudem am Dienstag beim DSO-Jahreskongress in Berlin dazu auf, die Kriterien bei der Organvergabe zu überdenken: "Das geht sehr stark nach Dringlichkeit." Fraglich sei, ob die Erfolgsaussichten genug berücksichtigt werden. Um Probleme und Erfolge besser einschätzen zu können, brauche es ein Transplantationsregister, mit dessen Hilfe die einzelnen Behandlungen verglichen und bewertet werden könnten.
Quellen: AFP/epd/dpa

