Drogen (Symbolbild, Foto © dpa-bildfunk)
Drogen (Symbolbild, Foto © dpa-bildfunk)

rbb PRAXIS News vom 26.06.2013 - Internationaler Anti-Drogen-Tag am 26. Juni

1987 wurde der Internationale Anti-Drogen-Tag von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen. Erklärtes Ziel ist es, den Missbrauch von Drogen zu bekämpfen. Inwiefern dies in Deutschland in den letzten Jahren gelungen ist, zeigt ein Überblick.

Als Ende Mai der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vorgestellt wurde, zog die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans eine weitgehend positive Bilanz in Bezug auf die Drogen- und Suchtpolitik der vergangenen Jahre: Bei den 12- bis 17-Jährigen ist der regelmäßige Alkoholkonsum nach der aktuellsten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 2001 von 17,9 auf 14,2 Prozent (2011) zurückgegangen. Der Tabakkonsum hat sich bei den Jugendlichen innerhalb von zehn Jahren sogar mehr als halbiert (von 27,5 auf 11,7 Prozent) und der Cannabiskonsum ist ebenfalls weiter rückläufig, von 9,2 auf 4,6 Prozent. Einer neuen Studie zufolge, die vor wenigen Tagen von der BZgA vorgestellt wurde, haben sogar mehr als 70 Prozent der Teenager noch nie geraucht. Im Jahr 2001 waren dies nur 40,5 Prozent.

Dennoch gibt es nach wie vor Handlungsbedarf. Bei den Risikogruppen wie jugendlichen Rauschtrinkern, jugendlichen männlichen Automatenspielern sowie den 14- bis 24-jährigen Onlinespielern müsse es noch gezielte präventive Maßnahmen und Hilfsangebote geben, so Dyckmans bei der Präsentation des Berichts. Auch betont sie notwendige Forschungen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

Doch nicht nur unter den Jugendlichen lässt sich ein riskanter Suchtmittelkonsum ausmachen. Vor allem bei den 18-bis 29-Jährigen ist dem Bericht zufolge ein besonders hoher, riskanter Alkoholkonsum festzustellen. Während er bei den Frauen bei 32,4 Prozent liegt, konsumieren 44,6 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe riskant viel. Im Alter von 30 bis 44 sinkt dieser Anteil dann wieder, wohingegen er bei den 45- bis 64-Jährigen leicht ansteigt und dann bei 21,4 Prozent (Frauen) und 31,9 Prozent (Männer) liegt.

Während der Tabakkonsum unter den Jugendlichen immer mehr zurückgeht, so ist er bei den Erwachsenen nach wie vor hoch. Nach der neuesten Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) rauchen 29, 7 Prozent der 18- bis 79-Jährigen: Männer rauchen mit 32,6 Prozent häufiger im Vergleich zu den Frauen, die zu 27 Prozent rauchen.

Die Verbreitung von Ecstasy/MDMA auf Partys ist laut dem Drogen- und Suchtbericht leicht gestiegen. Auch sind Ecstasy-Tabletten mit höherem MDMA-Gehalt vermehrt aufgetaucht. Der Anteil der Jugendlichen, die keinerlei legale oder illegale Drogen konsumieren, ist nach letztjährigem Anstieg im Vormonat der Befragung wieder zurückgegangen.

Ein weiteres Problem stellt das Aufkommen von immer wieder neuen psychoaktiven Substanzen dar. Darunter befinden sich zum Teil auch Stoffe aus sehr seltenen chemischen Gruppen, deren Struktur häufig so verändert wird, dass sie nicht mehr unter das Betäubungsmittel-Gesetz fallen, obgleich sie in Hinblick auf den Missbrauch große Risiken bergen. Nach bisherigen Erkenntnissen werden diese "Designerdrogen" maßgeblich im asiatischen Raum produziert und gezielt auf die westlichen Märkte gebracht. Das Projekt "Die Distribution illegaler Drogen" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft läuft seit 2011 und untersucht die Handelsaktivitäten in Hinblick auf illegale Substanzen. Ebenso werden in einem weiteren Projekt Trendscouts eingesetzt, um neue Konsumtrends hinsichtlich Substanzen und Konsummustern auszumachen.

Der Internationale Anti-Drogen-Tag findet seit 26 Jahren am 26. Juni statt und wurde von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen. Neben der Suchtprävention soll mit dem Tag auch der Kampf gegen die Produzenten von illegalen Substanzen voran getrieben werden.


Quellen: BZgA/AFP

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