Grafik einer menschlichen Leber, Quelle: dpa

rbb PRAXIS News vom 04.07.2013 - Japanische Forscher züchten menschliche Leber

Aus künstlich erzeugten Stammzellen haben es japanische Forscher nach eigenen Angaben erstmals geschafft Gewebe einer menschlichen Leber zu züchten und sie bei einer Maus einzupflanzen. Der Versuch gibt der Transplantationsmedizin neue Hoffnung.

Zunächst hatten die Forscher künstliche Stammzellen gezüchtet. Diese Zellen wurden anschließend mit anderen Zellen vermischt, wodurch eine Vorstruktur von Lebergewebe entstand. Die fünf Milimeter großen Stücke wurden dann auf das Gehirn einer Labormaus gepflanzt. Hier ist laut den Forschern eine "funktionsfähige menschliche Leber" gewachsen. Die Leber wies Funktionen auf, wie die Produktion bestimmter Proteine oder den Abbau von Medikamenten. "Wir haben daraus geschlossen, dass die Leber funktioniert", sagte der Forscher Takebe. "Wir denken das ist genug, um das Überleben nach einem Leberversagen zu verbessern."

Auch bei anderen Organen wie Nieren oder Lungen könnte die Methode funktionieren, so die Forscher. Die Möglichkeit diese Versuche auf Menschen zu übertragen, könne aber noch zehn Jahre dauern.

Der Transplantations-Experte Stuart Forbes von der University of Edinburgh warnte aber, die Forscher würden zwar von einer "funktionsfähigen menschlichen Leber" sprechen. Das künstliche Gewebe habe aber nicht die Fähigkeit gehabt, Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden, und enthalte keine Immunzellen, wie es bei der menschlichen Leber der Fall ist.

Quellen: AFP/dpa