
rbb PRAXIS News vom 11.07.2013 -
Jedes zweite Kind wird bis zu seinem 18. Lebensjahr von einem Hund gebissen. Am häufigsten trifft es kleine Kinder bis ins Vorschulalter. In über 90 Prozent der Fälle stammt das Tier aus dem näheren sozialen Umfeld des Kindes, meist ist es der eigene Familienhund.
"Auch hinter äußerlich eher kleinen und ungefährlich erscheinenden Wunden können sich in der Tiefe ausgedehnte Geweberisse und Quetschungen verbergen“, erläutert Professor Dr. med. Stephan Kellnar. Falsch versorgt, drohten langfristige Schäden wie Funktionseinbußen besonders an Fingern und Händen und unnötig große Narben. Auch ein kleiner Hund könne ein Kind schwer verletzen, wenn der Halter keine Kontrolle über sein Tier habe.
Zudem gelte es, Infektionen zu verhindern: Bei bis zu 20 Prozent der Hundebisse komme es zu einer Wundinfektion, sagt der Experte. Krankheitserreger könnten in das Gewebe eindringen und Wundstarrkrampf, Gasbrand oder eine Blutvergiftung hervorrufen. Als erste Hilfe empfiehlt der Kinderchirurg, die Verletzung mit einer sterilen Kompresse oder einem Verband abzudecken. Eltern sollten keine eigenen Versuche unternehmen, die Wunde zu reinigen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie


