
rbb Praxis News vom 25.11.2013 -
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung sind im vergangenen Jahr um rund 32 Millionen auf 238 Millionen Euro gesunken. Mit im Schnitt 3,41 Euro pro Versichertem sei ein vorgeschriebener Richtwert von 2,94 Euro aber deutlich überschritten worden, heißt es in dem Präventionsbericht 2013 der Kassen und ihres Medizinischen Dienstes.
Union und SPD wollen die Kassen verpflichten, ihre Ausgaben dafür dann ab 2015 auf sieben Euro je Versichertem zu steigern. Vor fünf Jahren lagen ihre Ausgaben noch bei rund 340 Millionen Euro und nahmen dann kontinuierlich ab.
Während für Kurse zur Bewegung, gegen Stress oder gegen das Rauchen mit 164 Millionen Euro rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr von den Kassen ausgegeben wurde, so wurde dagegen für Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz mehr Geld in die Hand genommen: rund 46 Millionen nach 42 Millionen Euro im Jahr zuvor. Auch die Ausgaben für Projekte in Kindertagesstätten, Schulen und bestimmten Wohngebieten stiegen um 21 Prozent auf 28 Millionen Euro.
Bei der Prävention steht vor allem die Eindämmung von Volkskrankheiten im Vordergrund. 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland gelten als übergewichtig. Stress nimmt für viele immer weiter zu. 9,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken laut offiziellen Zahlen gefährlich viel. 31 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen rauchen. Bei den sozial Schwächeren sind die Risiken laut Experten größer. Mehrere Bundesregierungen waren mit dem Ziel eines Präventionsgesetzes gescheitert.
Quelle: dpa

