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2013 wurden in Deutschland 44.000 Mütter und 64.000 Kinder in Mütter- und Mutter-Kind-Kuren des Müttergenesungswerks behandelt. 16 Mal im Jahr bietet die Evangelische Mutter-Kind-Kurklinik Scheidegg in Württemberg dreiwöchige Kuren an. Alle zwei Jahre gibt es außerdem eine "Weihnachtskur", bei der die Frauen mit ihren Kindern auch über die Feiertage bleiben.
Insgesamt veranstaltet das Müttergenesungswerk in diesem Jahr in 20 Kliniken Weihnachtskuren. Ziel sei, dass die Mütter körperlich und seelisch wieder gesunden, sagt die Verantwortliche für den psychosozialen und therapeutischen Bereich in Scheidegg. Viele Frauen kämen mit starken Stressbelastungen und der Diagnose "psychovegetatives Erschöpfungssyndrom".
Manche litten auch unter Übergewicht, Erkrankungen der Atemwege oder der Haut. "Wir haben Frauen in Trauer, alleinerziehende Mütter mit Mehrfachbelastungen, Frauen nach einer schmerzhaften Trennung, Frauen in Patchwork-Familien oder Mütter, die Fehlgeburten hatten und ein Kind verloren haben".Jede bekommt einen individuell angepassten Therapieplan.
Während der Kur habe sie u.a. gelernt, dass sie nicht immer alles sofort und gleich erledigen müsse, sagt eine Mutter. Ihr sei bewusst geworden, dass sie Prioritäten setzen dürfe. Ob eine Kur das Richtige für sie sei, können belastete Mütter mit Hilfe eines Online-Tests des Müttergenesungswerks herausbekommen. Die Fragen seien angelehnt an die Bewilligungskriterien einer solchen Kur, so das Geneseungswerk.
Die neue Begutachtungsrichtlinie von 2012 führte dazu, dass die Krankenkassen wieder leichter eine Kur bewilligen. Sie berücksichtigt sowohl
medizinische als auch psychosoziale Belastungen. Dazu gehören Trennungen, finanzielle Probleme, ein Todesfall in der Familie oder die Pflege eines Angehörigen.
Seitdem haben kranke Mütter gute Chancen, eine solche Kurmaßnahme zu bekommen, sagte die Kuratoriumsvorsitzende des Müttergenesungswerks Dagmar Ziegler dem epd. Sie empfiehlt eine kostenlose Beratung in den rund 1.300 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände unter dem Dach des Müttergenesungswerks.
Quelle: epd

