Masern-Impfung, Quelle: dpa

rbb PRAXIS vom 29.04.2013 - Masern werden zum Problem in Europa

In gesamt Europa sind die Masern wieder auf dem Vormarsch. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden 90.000 Masernerkrankungen in den letzten drei Jahren europaweit gemeldet.

Auf dem Europäischen Kongress für Infektionskrankheiten (ECCMID) in Berlin, der vom 27. bis zum 30. April stattfindet, wurde bekannt gegeben, dass sich die Zahl der an Masern Erkrankten in den Jahren von 2010 auf 2011 sogar vervierfacht hat. Insbesondere Frankreich, Italien und England seien von der hohen Zahl der Neuerkrankungen betroffen.

Mindestens 112 Masernerkrankungen in Berlin

Auch in Berlin und Brandenburg werden zurzeit besonders viele Fälle mit Masern gemeldet. Die Gesundheitssenatsverwaltung berichtete bereits am Freitag von 112 Masernerkrankungen in der Hauptstadt. Das sind fünfmal mehr als im Vorjahreszeitraum. 56 Prozent der Erkrankten sind Erwachsene. Bei Ihnen verläuft die Krankheit oft schwerwiegender als bei Kindern. Mehr als die Hälfte der in Berlin erkrankten wurden bereits, unter anderem wegen Lungenentzündungen, ins Krankenhaus eingeliefert. Die Krankheit ist flächendeckend ausgebrochen: Vorfälle wurden aus elf von zwölf Bezirken gemeldet. Die Gesundheitssenatsverwaltung ruft insbesondere alle Erwachsenen auf, ihren Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuholen. Der Impfschutz der Berliner Schulkinder liegt laut Schuleingangsuntersuchungen mit 90 Prozent im bundesweiten Durchschnitt. Dennoch wird empfohlen, auch diesen zu überprüfen.

Zahl der Masernerkrankungen in Brandenburg

Erst Freitag wurde von drei neuen Masernerkrankungen in Potsdam berichtet. Zwei der Kinder befinden sich im Krankenhaus. Insgesamt sind in diesem Jahr in Brandenburg 13 Fälle gemeldet worden, aufgetreten war die Krankheit aber nur in Potsdam und den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Oberhavel. Im Vorjahr wurden keine Masernerkrankungen gemeldet. Auch das brandenburgische Gesundheitsministerium ruft die Bevölkerung dazu auf, den eigenen Impfschutz zu kontrollieren.

(Quelle: dpa)

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Spritze mit Masernimpfstoff, Quelle: dpa

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Berlin ist wieder einmal alarmiert. Diesmal gehen die Masern um. Zwischen Januar und 10. April 2013 haben sich 58 Menschen mit dem ansteckenden Virus infiziert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur fünf Fälle. Die Behörden beunruhigt vor allem, dass rund 60 Prozent der Betroffenen Jugendliche und Erwachsene zwischen 16 und 45 Jahren sind. Sie erkranken häufig besonders schwer.