Herz-Grafik (Quelle: rbb)

rbb PRAXIS News vom 27.05.2013 - Mehr Kunst- als Spenderherzen

Das Deutsche Herzzentrum in Berlin hat vor einem weiter zunehmenden Mangel von transplantationsfähigen Organen in Deutschland gewarnt. Bereits 2012 setzten die Ärzte am Zentrum rund 200 sogenannte Kunstherzen und nur 26 Herzen von Spendern ein, wie der ärztliche Direktor, Professor Roland Hetzer, am Montag sagte.

Am 1. Juni ist Tag der Organspende. Trotz Werbekampagnen und der Reform des Transplantationsgesetzes war die Zahl aller Organspender in Deutschland 2012 insgesamt von 1046 um fast 13 Prozent zurückgegangen. Es sei unmöglich, so allen der rund 12.000 auf den Wartelisten stehenden Patienten in Deutschland zu helfen, stellte Hetzer fest.

Der Abwärtstrend bei den Organspenden habe sich im ersten Quartal 2013 weiter verstärkt, wodurch die Zahl der Spenden auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren angelangt sei. Hetzer bezeichnete dies als "echte Krise". Durchschnittlich 200 von 1000 Patienten auf den Wartelisten könnten mit keinem Organ versorgt werden, manche Patienten würden mittlerweile bis zu drei Jahre auf ein Spenderorgan warten. Das 2012 reformierte Transplantationsgesetzes werde keinen Durchbruch bringen.

Der Berliner Herzchirurg Christoph Knosalla sprach sich am Montag für die sogenannte Widerspruchslösung aus. Durch diese würden deutsche Bürger von Geburt an zu potenziellen Organspendern, sofern sie dem nicht ausdrücklich widersprechen.

(Quelle: dpa)