
rbb Praxis News vom 16.1.2014 -
Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Deutschen eine gesetzliche Regelung für aktive Sterbehilfe. 70 Prozent sprechen sich dafür aus, bei einer schweren Erkrankung z. B. ärztliche Hilfe bei der Selbsttötung in Anspruch nehmen zu können.
22% lehnen dies ab. Dies geht aus einer von der DAK Gesundheit in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage hervor.
Bislang gibt es in Deutschlang kein spezielles Gesetz, das die Sterbehilfe bei unheilbaren Krankheiten regelt. 79% der Befragten fänden es gut, wenn der Deutsche Bundestag darüber entscheiden würde. Bei den Jüngeren in der Altersgruppe der 14- bis 19-jährigen sind es sogar 86%, die einer gesetzlichen Regelung zustimmen würden - bei den über 60-jährigen sind es 74%.
Bei den Ostdeutschen wünschen sich laut Umfrage 82% die Möglichkeiten der aktiven Sterbehilfe - häufiger als Westdeutsche mit 67%.
Der Vorstandschef der DAK, Herbert Rebscher, erklärte dazu: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Politik ein Thema diskutiert, das die Menschen sehr bewegt. Es wird aber auch deutlich, dass es noch weiteren Aufklärungsbedarf gibt.“
Die Mehrheit der Befragten, 41%, fühlten sich „weniger gut“, 16% „überhaupt nicht gut“ über die derzeit geltenden Regelungen bei der Sterbehilfe informiert. „Sehr gut“ im Bilde sehen sich nur 8%.
Bereits bestehende gesetzliche Regelungen - ob und wie Ärzte bei schweren Erkrankungen lebenserhaltende Maßnahmen einsetzen - werden hingegen bereits breit genutzt. Jeder vierte Befragte gibt an, dass er schon eine so genannte Patientenverfügung verfasst habe. 48% der Befragten haben dies noch vor. 23% lehnen eine Patientenverfügung ab. Je älter die Befragten waren, desto häufiger besaßen sie eine Patientenverfügung. Während nur 6% der unter 30-Jährigen eine solche Verfügung besitzt, sind es bei den Befragten ab 60 Jahren 44%.
Quelle: DAK-Gesundheit

