Spritze mit Masernimpfstoff, Quelle: dpa

rbb PRAXIS News vom 02.07.2013 - Minister bringt Masern-Impfpflicht ins Gespräch

In Deutschland gibt es immer noch große Impflücken beim Schutz gegen Masern. Angesicht von rund 900 erkrankten Kindern im ersten Halbjahr 2013 denkt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr über eine mögliche Impf-Pflicht für Kinder nach.

Der Minister nannte es am Dienstag in einem zeitungs-Interview "verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen“. Von Januar bis Ende Juni habe es bundesweit über 900 Masernfälle gegeben - 2012 waren es zwar insgesamt nur 166 Erkrankungen, 2011 aber 1608 Fälle.

In Skandinavien und in den USA sei die Krankheit de facto ausgerottet, sagte Bahr. Bleibe es bei der niedrigen Impfrate hierzulande, werde die Impf-Pflicht neu diskutiert werden müssen. Große Impflücken beim Schutz gegen Masern gibt es nach seinen Angaben vor allem im Südwesten Deutschlands und in Berlin.

Masern können schwere Komplikationen auslösen und für die Betroffenen sogar lebensgefährlich sein. Es kann zu Gehirnentzündungen, Hirnhaut- oder Lungenentzündungen kommen. In Deutschland kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu örtlichen Ausbrüchen mit teils mehreren hundert Erkrankten und auch Todesfällen. Im Durchschnitt verläuft eine von 1000 Erkrankungen durch das Virus tödlich.