Frau hat Migräne und hält sich den Kopf, Quelle: dpa

rbb PRAXIS News vom 24.06.2013 - Neue genetische Ursachen für Migräne entdeckt

Ein internationales Forscherteam hat neue genetische Risikofaktoren für die Entstehung der Migräne gefunden. Jedoch sind diese nur für einen Teil des Erkrankungsrisikos verantwortlich. Dennoch wächst die Hoffnung auf neue Behandlungsansätze.

Die Wissenschaftler identifizierten fünf neue Genregionen, die für die Entstehung der Migräne mitverantwortlich sein sollen. Für die Studie, die im Fachmagazin "Nature Genetics" (New York) präsentiert wurde, wurden über 100.000 Probanden untersucht.

Die Gene seien für die Steuerung von Nervenbotenstoffen und der Nervenregulation im Gehirn funktionell bedeutsam, sagte Mitautor Prof. Hartmut Göbel vom Migräne- und Kopfschmerzzentrum der Schmerzklinik Kiel. "Auf dieser Grundlage kann nun gezielt die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden erfolgen, die präzise in die Entstehungsmechanismen der Migräne eingreifen."

Die Forscher beschreiben in ihrer Studie insgesamt zwölf Regionen im Erbgut von Migränepatienten, die für das Erkrankungsrisiko mitverantwortlich sind. Acht der Regionen wurden laut den Forschern in der Nähe von Genen entdeckt, die bei der Kontrolle von Hirnschaltkreisen eine Rolle spielen. Zwei Regionen seien für die Aufrechterhaltung der normalen Hirn- und Nervenzellfunktion verantwortlich. Die Steuerung dieser Schaltkreise sei bedeutsam für das genetische Risiko, an Migräne zu erkranken, berichtet die Schmerzklinik Kiel.

Eine besondere Herausforderung bestünde nun darin herauszufinden, welche Mechanismen dieser genetischen Veranlagung tatsächlich zugrunde liegen, so Mitautor der Studie Christian Kubisch vom Ulmer Institut für Humangenetik. So könnten neue und gezieltere Behandlungsansätze entwickelt werden.

Etwa 14 Prozent der Erwachsenen leiden den Angaben zufolge unter Migräne. Migräneattacken können etwa mit starker Übelkeit und Erbrechen einhergehen.


Quelle: dpa

Diagnose-Tagebuch

Reporter mit Kopfschmerzen (Quelle: rbb)

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rbb PRAXIS Redakteur Benjamin Kaiser hat immer wieder Kopfschmerzen. Seine Therapie bisher: Tablette nehmen, fertig! Doch damit ist jetzt Schluss! Schmerzmittel können auf Dauer keine Lösung sein. Er will endlich herausfinden, was los ist mit seinem Kopf. In den kommenden Wochen und Monaten können Sie ihn hier von der Diagnose zur passenden Therapie begleiten.

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