Eine Gliederpuppe hält sich den Rücken, Quelle: imago

rbb Praxis News vom 11.09.2013 - Expertenrat: Mehr sanfte Medizin bei Rückenschmerzen

In Deutschland ist die Zahl der Wirbelsäulenoperationen in den letzten Jahren stark angestiegen. Allein zwischen 2005 und 2011 haben sich diese Eingriffe von 97.000 auf 229.000 mehr als verdoppelt.

Als Ursache sieht die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie finanzielle Anreize des Gesundheitssystems. Zu viele Patienten würden operiert, noch bevor konservative Behandlungen etwa mittels Physio- oder Schmerztherapie ausgeschöpft seien, heißt es in einer Pressemitteilung am Mittwoch.

Diese Entwicklung ist auch Thema beim Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie am 25. Oktober in Berlin. Dabei wird es darum gehen, welche Patienten von nicht-operativen Therapien profitieren und in welchen Fällen konservative Behandlungsmethoden an ihre Grenzen stoßen.

Mit der Zahl wirbelsäulenchirurgischer Abteilungen in Krankenhäusern stiegen auch die operativen Eingriffe am Rücken. Gleichzeitig nehme die personelle und finanzielle Kapazität von Stationen der konservativ-orthopädischen Akutversorgung ab.

"Die schlechte Honorierung niedergelassener, nicht-operativ tätiger Orthopäden und Unfallchirurgen führt dazu, dass die konservative Versorgung von Wirbelsäulenpatienten sich immer mehr reduziert. So entstand in den letzten Jahren eine Mangelversorgung in der Manuellen Medizin", kritisiert Dr. med. Matthias Psczolla, Facharzt für Orthopädie und für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Manuelle Medizin/Chirotherapie und Spezielle Schmerztherapie.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie