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Rund 8000 Deutsche erleiden jährlich zu Silvester Verletzungen des Innenohrs durch Feuerwerkskörper. Mehr als ein Drittel der Betroffenen behalten durch ein solches "Knalltrauma" bleibende Schäden wie Tinnitus und Hörverlust.
Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie empfiehlt daher, sich zum Jahreswechsel von Knallkörpern fernzuhalten und die Ohren zu schützen. Vor allem aber fordern die Experten den Gesetzgeber auf, diese akustische Belastung zu verringern anstatt sie zu unterstützen. Denn seit vergangenem Jahr darf Silvester-Feuerwerk die doppelte Menge an Sprengstoff enthalten wie bisher.
20 Prozent der Menschen in Industrieländern leiden unter Hörproblemen. Häufigste Ursache ist eine Funktionsstörung des Innenohrs durch Lärm. Das sogenannte "Knalltrauma" – an Silvester durch Feuerwerkskörper verursacht – ist eine häufige Gefahrenquelle für dauerhaften Hörverlust.
Betroffene können bestimmte hochfrequente Töne nicht mehr wahrnehmen. Mitunter verspüren sie stechende Schmerzen im Ohr, Schwindel, und das Ohr fühlt sich verstopft an. "Die Symptome eines Knalltraumas klingen zwar häufig ab. Doch in vielen Fällen bleibt das Gehör für Monate, Jahre oder sogar lebenslang geschädigt", sagt Professor Dr. med. Roland Laszig.
Explodieren Feuerwerkskörper in einer Nähe von weniger als zwei Metern, wirken auf die Ohren etwa 25 Millisekunden lange Schallimpulse. Sie erreichen Spitzen von bis zu 160 Dezibel (dB), Schreckschusspistolen sogar über 180 dB. Ein Knalltrauma wird bereits durch einen Schalldruckpegel von 140 dB ausgelöst. Hörsinneszellen, Stützzellen und andere Teile der sogenannten Hörschnecke im Innenohr nehmen dabei bleibenden Schaden.
Größere Schalleinwirkungen können sogar zu einem sogenannten „Explosionstrauma“ führen, bei dem das Trommelfell einreißt und eventuell auch die Gehörknöchelchen verletzt werden. Gegen die Spätfolgen hilft oft nur noch ein Hörgerät.
Professor Laszig empfiehlt, die Ohren an Silvester beispielsweise durch Ohrstöpsel zu schützen und großen Lärm zu meiden. Wenn die Ohren dennoch einer Explosion ausgesetzt waren und noch am folgenden Tag Ohrengeräusche oder Hörminderung bestehen, rät der Experte, einen HNO-Arzt aufzusuchen. Dieser verschreibt gegebenenfalls durchblutungsfördernde Medikamente und Kortison.
(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie)
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