Ein Pfleger hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin (Bild: DPA)

rbb Praxis News vom 10.01.2014 - Ethikrat mahnt gründliche Debatte über Sterbehilfe an

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Woopen, hat eine "gründliche gesellschaftliche Debatte" über die Hilfe beim Suizid Sterbewilliger angemahnt.

Gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) begrüßte sie  am Freitag die von Unionspolitikern angestoßene Diskussion über ein Gesetz zum Verbot der Suizidbeihilfe. Dabei müsse auch die Frage einer ärztlichen Suizidbeihilfe bedacht werden. Die Bundesärztekammer hatte jede Hilfe zum Suizid in der Musterberufsordnung von 2011 verboten.

2012 hatte das Berliner Verwaltungsericht geurteilt, dieses Verbot könne nicht uneingeschränkt gelten.

Der Verein "Sterbehilfe Deutschland" sprach sich erneut gegen ein Verbot der organisierten Suizid-Beihilfe ausgesprochen. Es würde den betroffenen Familien damit jegliche Form der Sterbehilfe untersagt, da diese ohne organisierten Beistand gar nicht möglich sei, sagte der Vvorsitzende Roger Kusch im Deutschlandfunk.

Er kritisierte, bei einer solchen Regelung bräche die Bundesregierung mit einer 140 Jahre alten "bewährten Rechtstradition", wonach Suizid und dessen Unterstützung straffrei seien.

Der Sterbehilfe-Verein Kuschs hat den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 40 Menschen bei der Selbsttötung unterstützt. Es gehe um eine kleine Zahl unheilbar Kranker, bei denen auch die Medizin am Ende ihres Lateins sei, sagte der frühere Hamburger Justizsenator Kusch.

Quellem: dpa/epd