Firmenzentrale des Software-Herstellers SAP (dpa-Archivbild)

rbb PRAXIS News vom 21.05.2013 - SAP will Autisten in Deutschland einstellen

650 Menschen mit autistischer Störung will der Softwarekonzern SAP bis 2020 zu Softwaretestern und Programmierern ausbilden und einstellen. Das entspricht einem Prozent der Mitarbeiter für SAP weltweit.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet SAP mit der dänischen Initiative Specialisterne zusammen. Der Softwarekonzern und Specialisterne starteten bereits 2011 mit einem Pilotprojekt in Indien. Dort wurden Autisten, die intellektuell nicht eingeschränkt sind, in einem Entwicklungslabor eingestellt. 2012 folgte Irland und in diesem Jahr soll das Projekt in Deutschland, den USA und Kanada ausgeweitet werden. Danach folgen noch weitere fünf Länder.

SAP setzt bei diesem Projekt auf die besondere Spezialität der autistischen Mitarbeiter. Auch der weltweite Kampf um talentierte IT-Mitarbeiter soll so entspannt werden.

(Quelle: dpa)

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Philipp von der Linden und Sascha Goldmann – die beiden Autisten arbeiten als Softwaretester bei auticon (Quelle: dpa)

Wichtig: Bestätigung und Erfolgserlebnisse durch den Arbeitsplatz

Ein Dankeschön oder ein Lob wirken wahre Wunder - gerade am Arbeitsplatz. Wer sich wertgeschätzt fühlt, arbeitet motivierter und besser. Das Selbstwertgefühl wächst. Aber was ist, wenn einem der Weg in die Arbeitswelt gänzlich versperrt ist? So geht es vielen Autisten. 95 Prozent haben keinen Job. Doch Menschen mit dem Asperger-Syndrom, das gemeinhin als leichte Form des Autismus definiert wird, haben oftmals ein ganz besonderes Spezialwissen, sagt Dirk Remus-Müller. Er ist Gründer der Berliner Firma auticon, die als erstes Unternehmen in Deutschland ausschließlich Menschen mit Asperger-Syndrom als Softwaretester anstellt.