
rbb Praxis News vom 29.01.2014 -
Wer sich in Deutschland einer Organtransplantation unterzieht, hat einem Bericht zufolge schlechtere Überlebenschancen als in anderen EU-Staaten. Ein Grund ist danach die geringe Zahl geeigneter Organe.
Für jedes Organ - Herz, Lunge, Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse - seien die Ein-Jahres-Überlebensraten deutlich schlechter als im europäischen Vergleich, sagte Gerhard Opelz von der Uniklinik Heidelberg laut einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Bericht des Magazins "Stern". Laut dem Bericht melden dem Mediziner jedes Jahr 483 Transplantationszentren aus der ganzen Welt die Ergebnisse von fast 25.000 Organverpflanzungen.
Ein Grund für die schlechteren Aussichten liegt demzufolge darin, dass es zu wenig geeignete Organe gebe. Darum würden oftmals auch solche eingepflanzt, die nicht in einem optimalen Zustand seien. Zum anderen bekämen extrem kranke Patienten die höchste Dringlichkeit.
Nach den Transplantationsskandalen an deutschen Kliniken war die Zahl der Organspender in Deutschland im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief abgestürzt. Bundesweit gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nur noch 876 Organspender und damit 16,3 Prozent weniger als im Vorjahr.
Quelle: AFP

