Verschiedene Tabletten liegen auf einem Haufen © dpa
Verschiedene Tabletten liegen auf einem Haufen © dpa

rbb PRAXIS News vom 04.04.2014 - Schmerzmittel: Mehr Nebenwirkungen, kein besserer Heilungseffekt

Chronische Schmerzen mit starken Medikamenten behandeln - laut einer neuen Studie bringt das für die Patienten langfristig nicht mehr, als andere Therapien. Und das obwohl viele Patienten dafür viele Nebenwirkungen in Kauf nehmen.

Nicht-medikamentöse Verfahren, wie Physiotherapie oder Psychotherapie, haben langfristig also die gleiche Wirkung auf Schmerzpatienten, wie die häufig eingesetzten starken Medikamente. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Beliner Charité und der Technischen Universität Darmstadt bei der Analyse von tausenden Studien und der Untersuchung von rund 11.000 Patientendatensätzen.

"Die Ergebnisse unserer Analyse haben uns selbst erstaunt", erklärte Prof. Christoph Stein, Leiter der Klinik für Anästhesiologie am Campus Benjamin Franklin. Tatsächlich habe es sogar keinen Nachweis dafür gegeben, das Medikamente langfristig klinisch wichtiger seien, als ein Placebo.

Starke Schmerzmittel, die über einen langen Zeitraum genommen werden, verursachen oft schwere Nebenwirkungen an den Nieren, im Magen und Darm. Gerade weil der Heilungseffekt durch Medikamente langfristig nicht besser sei, müsse bei der Wahl der Schmerztherapie umso mehr der Schutz vor Nebenwirkungen im Vordergrund stehen -  so der Schluss des Forscherteams.