Junge Mutter mit ihrem Sohn in einer Rückentrage. Quelle: imago

rbb Praxis News vom 28.01.2014 - Skisport: Keine Kinder in der Rückentrage

Wer seine Kinder beim Skifahren in der Rückentrage trägt, setze sie einem hohen Verletzungsrisiko aus. Der Unfallbeauftragte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt zudem vor Unterkühlungen und Erfrierungen bei Babys und Kleinkindern, weshalb Eltern auf das Skifahren mit Kind in der Kraxe verzichten sollten.

Bei einem Sturz könnten die Kinder aus einer Höhe von mindestens 1,50 Meter fallen. Hinzu kämen die Energie durch Fahrgeschwindigkeit, Gefälle und Scherkräfte durch Drehung um die Längsachse, so der BVKJ. Die Folge können schwere Verletzungen sein, vorwiegend der abstehend fixierten Beine, Arme und des Kopfes, wie Brüche, Quetschungen und Schädelhirntraumen. Bei Stoßeinwirkung durch einen Skistock oder Zusammenprall mit anderen Skifahrern könnten zusätzlich lebensbedrohliche innere Verletzungen auftreten.

„Aufgrund eines hohen Wärmeverlustes durch ihr ungünstiges Verhältnis zwischen Körperoberfläche, Gewicht und Stoffwechselleistung erleiden Babys und Kleinkinder, verstärkt durch den Fahrtwind, besonders leicht Unterkühlungen und Erfrierungen“, warnt Dr. Jörg Schriever, Unfallbeauftragter des BVKJ. Da der kleine Körper außerdem passiv durch Stoß- und Fliehkräfte beim Fahren und Laufen rasch ermüdet, seien Pausen schon nach kurzen Tragezeiten und häufige Aufwärmphasen beim Kind in der Kraxe Pflicht.


Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de