Laufende Beine (Quelle: rbb)

rbb Praxis News vom 17.10.2013 - Studie: In Berlin und Brandenburg deutlich weniger Knie-OPs als in reichen Kommunen

Laut einer Studie werden in reicheren Landkreisen häufiger künstliche Kniegelenke eingesetzt als in weniger wohlhabenden Kreisen. Das ergab der "Faktencheck Gesundheit" der Bertelsmann Stiftung.

In einigen reichen Landkreisen werde der Studie nach fünfmal häufiger operiert als in den ärmeren Kreisen. So sei in Bayern, Hessen, Thüringen und Teilen Niedersachsens die Häufigkeit von Kniegelenksoperationen deutlich höher als in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.

"Es ist offensichtlich, dass nicht-medizinische Faktoren die Versorgung beeinflussen", erklärte der Gesundheitsexperte der Stiftung, Stefan Etgeton. Abhilfe könnten hier ärztliche Leitlinien schaffen.

Regionale Unterschiede in der Versorgungsdichte, bei ärztlichen Empfehlungen und Nachfragen nach operativen Eingriffen kommen laut dem Report als mögliche Ursache für die unterschiedlichen Operationszahlen in Betracht. Zudem könne die Erwartung an die Lebensqualität nach Regionen unterschiedlich sein.

Durchschnittlich werden jährlich bundesweit 130 von 100.000 Einwohnern künstliche Kniegelenke eingesetzt. In Berlin sind es durchschnittlich 87 Operationen, im Land Brandenburg 108 Operationen bei 100.000 Einwohnern. Die meisten Operationen gibt es prozentual in Bayern (160 pro 100.000 Einwohner).

Für den "Faktencheck Gesundheit" wertete die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) anonymisierte Daten der AOK aus.

 


Quelle: epd/Stiftung Bertelsmann