
rbb Praxis News vom 30.10.2013 -
Zunehmender Stress belastet viele Menschen in Deutschland. So wurde das Leben für mehr als die Hälfte in den vergangenen Jahren stressiger. Besonders Erwachsene um die 40 sind betroffen.
Bei 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland ist das Leben nach eigenem Empfinden in den vergangenen Jahren stressiger geworden. Frauen fühlen sich häufiger gestresst als Männer, Großstädter häufiger als Landbewohner. Das geht aus einer Studie der Techniker Krankenkasse
hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde und für die das Institut Forsa 1000 Menschen befragt hat.
Besonders belastet sind demnach Menschen zwischen 36 und 45 Jahren. 80 Prozent dieser Generation fühlen sich unter Druck. Die Autoren der Studie machen dafür verantwortlich, dass sich Angehörige dieser Altersgruppe oft gleichzeitig um Beruf, Kinder und die eigenen Eltern kümmerten.
Insgesamt fühlen sich fast sechs von zehn Deutschen zumindest teilweise gestresst, jeder Fünfte sogar häufig. Mit 47 Prozent nennen die meisten gestressten Menschen den Beruf als Belastungsfaktor Nummer eins, gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst (41 Prozent)
und privaten Konflikten (34 Prozent).

Allerdings wirkt sich Stress nicht immer negativ aus: Jeder zweite Berufstätige fühlt sich durch Stress erst richtig angespornt und zur Kreativität beflügelt. Wer seine Arbeit hingegen als reinen Broterwerb sieht, leidet eher unter gesundheitlichen Problemen. Das Risiko für seelische Beschwerden wie Burnout oder Depressionen ist bei jenen, die keinen Spaß an der Arbeit haben, doppelt so hoch.
Letztlich kommt es insgesamt auf die sogenannte Work-Life-Balance an, wie TK-Vorstandschef Jens Baas betont. Ein entsprechender Ausgleich in der Freizeit könne einen anstrengenden Job oder Familienalltag kompensieren. Das Forsa-Institut befragte für die Studie im September insgesamt 1000 Männer und Frauen ab 18 Jahren.
Quelle: afp/dpa

