
rbb PRAXIS News vom 02.07.2013 -
Der Bund hat am Montag ein aufwendiges Forschungsprojekt vorgestellt, auf das Mediziner große Hoffnungen setzen. In einer bisher einmaligen Großstudie sollen neue Erkenntnisse im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, oder Demenz zusammengetragen werden, und helfen, die Vorbeugung sowie die Behandlung der Krankheiten zu verbessern.
200.000 Menschen im Alter von 20 bis 69 Jahren sollen über 20 Jahre teilnehmen. Die Studie soll 210 Millionen Euro kosten und 2014 starten. Im Rahmen der Nationalen Gesundheitsstudie werden Mediziner deutschlandweit unzählige Untersuchungen durchführen - sie alle sollen die Frage beantworten, welchen Einfluss Umweltbedingungen, Gene, Lebensstil und das soziale Umfeld auf die Entstehung von weit verbreiteten Krankheiten haben.
Gut ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland sind inzwischen auf Krebserkrankungen zurückzuführen. 2011 starben fast 221.600 Deutsche an Krebs. Noch mehr Menschen etwa 342.000 - erlagen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei 4,6 Millionen Menschen wurde Diabetes diagnostiziert, 1,4 Millionen leiden an Demenz - mit steigender Tendenz.
Wodurch entstehen chronische Krankheiten? Durch welche Faktoren werden sie begünstigt? Erst vor Kurzem präsentierte das Robert Koch-Institut mit seiner Studie zu Erwachsenen in Deutschland (DEGS) einen riesigen Datenschatz, der diese Fragen beantworten soll. Es ist das bisher umfassendste derartige Werk und behandelt den Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der 18- bis 79-Jährigen seit 1998. Für die DEGS hatten sich insgesamt 8152 Männer und Frauen zur Verfügung gestellt.
Unzählige medizinische Tests
Neben den medizinischen Tests müssen die Teilnehmer Fragen zu ihren Lebensumständen und Lebensgewohnheiten beantworten, angefangen bei Ernährung und körperlicher Aktivität bis hin zum Rauchen oder ihrem beruflichen Alltag. Nach etwa fünf Jahren werden alle Teilnehmer zu einer zweiten Untersuchung eingeladen und weiterhin beobachtet. Neben Bund, Ländern und Forschungszentren sind 13 deutsche Universitäten an dem Großprojekt beteiligt.
(Quelle cib/AFP)


