Eine Frau hilft ihrer 93-jährigen Mutter beim Aufstehen und Ankleiden (Qulle: dpa)

rbb Praxis News vom 17.12.2013 - TK-Studie: Pflegende Angehörige sind häufig gestresst und ausgebrannt

Etwa sieben von zehn Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, fühlen sich gestresst. Fast 40 Prozent stehen sogar unter Dauerdruck und sind damit fast doppelt so stark belastet wie der Bevölkerungsdurchschnitt. Das ergab eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse.

Vier von zehn pflegenden Angehörigen fühlen sich zudem ausgebrannt - gegenüber knapp drei von zehn der Befragten insgesamt. Auch Freunde und Familie kommen nach Angaben der Befragten bei mehr als jedem zweiten Pflegenden zu kurz. Dadurch fehlt häufig die Möglichkeit abzuschalten und Kraft zu tanken. So sagt nur jeder Zweite, er könne Energie aus seinem Privatleben ziehen. Im Bevölkerungsschnitt sind dies sieben von zehn Menschen.

Häufig schlägt sich die pflegende Tätigkeit auch auf die Gesundheit der Angehörigen nieder. 66 Prozent (gegenüber 58 Prozent im Bundesschnitt) geben an, dass sie unter Rückenschmerzen leiden. 46 Prozent (gegenüber 32 Prozent im Bundesschnitt) hat Schlafstörungen, hinzu kommen häufig niedergedrückte Stimmungen, Atembeschwerden und Angstzustände. Jeder Vierte, den die Pflege Angehöriger belastet, gibt zudem an, dass er in den letzten Jahren psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen oder
Angststörungen hatte.

In Deutschland sind mehr als 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Etwa zwei Drittel von ihnen werden ausschließlich von den eigenen Angehörigen zu Hause versorgt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Auftrag der TK im September 1000 Erwachsene zum Thema Stress. Die Zahlen sind Teil der bereits veröffentlichten Stress-Studie.



Quelle: AFP