rbb PRAXIS News vom 15.05.2013 - Viele Behandlungsfehler durch Mediziner in Deutschland

Die Zahl der Beschwerden von Patienten über ärztliche Behandlungsfehler bleibt hoch. Rund 12.500 Gutachten wurden von den Medizinischen Diensten der Krankenversicherung (MDK) im vergangenen Jahr erstellt, wie aus einer am Mittwoch in Berlin präsentierten Statistik hervorgeht.

Etwa jeder dritte Patient (31,5 Prozent) lag mit seinem Verdacht richtig. Die Zahlen liegen damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. 8607 Fälle und damit rund zwei Drittel der Vorwürfe richteten sich gegen Krankenhäuser. Von ihnen wurden 30 Prozent bestätigt. Ein weiteres Drittel (3872 Fälle) betrafen niedergelassene Ärzte. Die Gutachter stuften hier 36 Prozent der Vorwürfe als berechtigt ein. Die meisten Klagen bezogen sich dabei auf Operationen.

Vorwürfe zu Behandlungsvorwürfen geht der MKD durch spezialisierte Gutachterteams nach. Dabei steht im Vordergrund, ob die Behandlung nach dem anerkannten medizinischen Standard abgelaufen ist. Der Leitende Arzt des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (MDS), Stefan Gronemeyer, betonte, es bestehe angesichts der hohen Zahl an Fehlermeldungen erheblicher politischer Handlungsbedarf.

Das kürzlich in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Patientenrechte habe die Situation der Betroffenen nur teilweise verbessert.

(Quelle: rtz)