Wissenschaftlerin vor Mikroskop (Bild: dpa)

rbb Praxis News vom 10.01.2014 - Bundesregierung warnt vor tödlichem Virus

Die Bundesregierung warnt in einem offiziellen Bericht für den Bundestag vor der Gefahr einer Epidemie mit einem neuen gefährlichen Virus. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes "Coronavirus" mit der Bezeichnung "MERS-CoV".

Nach einem Bericht der BILD-Zeitung warnt die Regierung in ihrem Bericht "zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2013" vor dem Erreger, der im Sommer 2012 entdeckt worden ist.

Er führe zu Fieber, Atemnot, schweren Lungen-Infektionen, Nierenversagen oder Multiorganversagen. Weltweit haben sich bis Ende September 130 Menschen angesteckt, 58 starben. Dazu kämen weitere 17 Verdachtsfälle, so die Zeitung. In Deutschland habe es zwei Fälle gegeben, einer endete tödlich.

"Bei etwa der Hälfte der Patienten, bei denen MERS-CoV nachgewiesen wurde, nahm die Krankheit einen tödlichen Verlauf", zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Die Herkunft des Erregers ist noch nicht ganz geklärt. Er soll aus dem Tierreich stammen und wahrscheinlich aus Arabien kommen. Bei Fledermäusen in Südafrika und Saudi-Arabien sowie bei Kamelen sollen fast identische Viren entdeckt worden sein.

Es sei aber nicht auszuschließen, dass weitere Tierarten als "Überträger der Erreger auf den Menschen fungieren", schreibt die Regierung. Zu direkten Übertragungen von Tieren auf den Menschen sei es bisher nur im arabischen Raum gekommen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte bereits im Frühjahr 2013  vor dem neuen Virus gewarnt. "Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt", hieß es damals. Mers ähnelt dem Sars-Erreger, der vor zehn Jahren eine Pandemie auslöste. Weltweit starben damals etwa 800 Menschen. Ähnlich wie Sars befällt das neue Virus die Lunge.

Quelle: dts Nachrichtenagentur