
rbb PRAXIS News vom 23.07.2013 -
Tabletten und Kapseln mit Vitaminen können uns nicht vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall bewahren. Dies ergibt eine Untersuchung zur vorbeugenden Wirkung von Vitaminen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spurenelemente und Vitamine sollten deshalb nur ärztlich dosiert eingenommen werden.
Das rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nach der bislang umfassendsten Meta-Analyse zur vorbeugenden Wirkung solcher Präparate. Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall sind oft Folge von Schäden, die über viele Jahre an den Blutgefäßen entstanden sind. Zu den Ursachen dieser sogenannten Atherosklerose zählt auch mangelhafte oder falsche Ernährung.
Häufiger Grund für die Schäden sei ein Mangel an den Vitaminen A, B6, B12, C, D, E, Beta-Caroten oder Selen, meint Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. "Laborstudien und Tierversuche gaben Anlass zu hoffen, dass diese Nahrungsbestandteile eine Atherosklerose stoppen könnten", erläutert Fölsch. Denn Forscher haben ausgerechnet, dass der Verzehr von 600 Gramm Obst oder Gemüse am Tag weltweit die Zahl der Herzinfarkte um 31 Prozent und die der Schlaganfälle um 19 Prozent senken würde. Die meisten Menschen erreichen diese Werte nicht.
Viele greifen stattdessen zu Vitaminpräparaten aus der Drogerie. "Denn es wäre zunächst zu vermuten, dass auch die regelmäßige Einnahme von Vitaminpräparaten Schäden an den Blutgefäßen verhindern kann", meint Fölsch. Dass dieser entsprechende Nutzen jedoch nicht besteht, macht eine im British Medical Journal veröffentlichte Meta-Analyse verschiedener klinischer Studien deutlich. Koreanische Mediziner stellten fest: In Präparaten zugeführte Vitamine oder sogenannte "antioxidative" Spurenelemente wirken weder bei gesunden Menschen vorbeugend, noch nutzen sie jenen, die bereits einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben. Dabei spielen die Kombination der Vitamine, Hersteller, Dosis oder Dauer der Einnahme keine Rolle. Einige Studien kamen sogar zu dem Ergebnis, dass die Einnahme bestimmter Vitamine wie Beta-Caroten das Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert. Das Spurenelement Selen steht überdosiert sogar im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen.
"Menschen mit einem nachgewiesenen Vitamin-Mangel, der bei zahlreichen internistischen Erkrankungen vorkommt, sind jedoch dringend auf entsprechende Präparate angewiesen", betont Fölsch. Die DGIM rät, Vitamine ärztlich dosiert einzunehmen. Defizite an Vitaminen oder Spurenelementen ließen sich durch Labortests verlässlich nachweisen und in den meisten Fällen auch wirksam behandeln. Die Kapseln und Tabletten vorbeugend zu konsumieren, um sich "etwas Gutes zu tun", sei dagegen nicht ratsam sondern strapaziere unnötig das Portemonnaie. Hier sei stattdessen vielfältige Ernährung empfohlen und Bewegung im Freien.
Quelle: DGIM
Häufiger Grund für die Schäden sei ein Mangel an den Vitaminen A, B6, B12, C, D, E, Beta-Caroten oder Selen, meint Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel. "Laborstudien und Tierversuche gaben Anlass zu hoffen, dass diese Nahrungsbestandteile eine Atherosklerose stoppen könnten", erläutert Fölsch. Denn Forscher haben ausgerechnet, dass der Verzehr von 600 Gramm Obst oder Gemüse am Tag weltweit die Zahl der Herzinfarkte um 31 Prozent und die der Schlaganfälle um 19 Prozent senken würde. Die meisten Menschen erreichen diese Werte nicht.
Viele greifen stattdessen zu Vitaminpräparaten aus der Drogerie. "Denn es wäre zunächst zu vermuten, dass auch die regelmäßige Einnahme von Vitaminpräparaten Schäden an den Blutgefäßen verhindern kann", meint Fölsch. Dass dieser entsprechende Nutzen jedoch nicht besteht, macht eine im British Medical Journal veröffentlichte Meta-Analyse verschiedener klinischer Studien deutlich. Koreanische Mediziner stellten fest: In Präparaten zugeführte Vitamine oder sogenannte "antioxidative" Spurenelemente wirken weder bei gesunden Menschen vorbeugend, noch nutzen sie jenen, die bereits einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben. Dabei spielen die Kombination der Vitamine, Hersteller, Dosis oder Dauer der Einnahme keine Rolle. Einige Studien kamen sogar zu dem Ergebnis, dass die Einnahme bestimmter Vitamine wie Beta-Caroten das Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert. Das Spurenelement Selen steht überdosiert sogar im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen.
"Menschen mit einem nachgewiesenen Vitamin-Mangel, der bei zahlreichen internistischen Erkrankungen vorkommt, sind jedoch dringend auf entsprechende Präparate angewiesen", betont Fölsch. Die DGIM rät, Vitamine ärztlich dosiert einzunehmen. Defizite an Vitaminen oder Spurenelementen ließen sich durch Labortests verlässlich nachweisen und in den meisten Fällen auch wirksam behandeln. Die Kapseln und Tabletten vorbeugend zu konsumieren, um sich "etwas Gutes zu tun", sei dagegen nicht ratsam sondern strapaziere unnötig das Portemonnaie. Hier sei stattdessen vielfältige Ernährung empfohlen und Bewegung im Freien.
Quelle: DGIM

