
rbb PRAXIS News vom 09.07.2013 -
Auf einen Termin beim Facharzt warten Patienten im Osten länger als im Westen. 14 Prozent von ihnen kommt erst nach über drei Wochen beim Arzt dran; im Westen sind es neun Prozent. Das ergab eine Umfrage unter Versicherten.
In etwa einem Drittel der Fälle war der Arzt allerdings in Ost wie in West ohne Wartezeit zu sprechen. Das geht aus einer Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.
Danach klagt ein Viertel der Befragten in Berlin/Brandenburg, Thüringen und Sachsen über fehlende Orthopäden und Augenärzte in Wohnortnähe. 76 Prozent sagen, dass es an ihrem Wohnort genügend Hausärzte gebe, 56 Prozent sagen das mit Blick auf die Fachärzte.
92 Prozent aller Befragten fühlen sich beim Arzt gut aufgehoben. Vier Prozent sind unzufrieden. Der Zufriedenheitsgrad liege seit der ersten Erhebung 2006 auf diesem Niveau, sagte KBV-Chef Andreas Köhler. Auch die Wartezeiten im Vergleich zu den Vorjahren seien länger geworden.
Der Umfrage zufolge mussten sich von den Patienten, die bereits im Wartezimmer saßen, 29 Prozent bis zu einer halben Stunde, 25 Prozent mehr als eine halbe Stunde gedulden. Ohne Wartezeit wurden 12 Prozent zum Arzt vorgelassen, 32 Prozent spätestens nach 15 Minuten. Diese Werte sind seit Jahren relativ konstant.
Kasse oder privat versichert?
Unterschiede zeigt die Befragung erneut für privat und gesetzlich Versicherte: Mehr als drei Wochen Wartezeit mussten elf Prozent der Kassenpatienten hinnehmen, dagegen nur vier Prozent der Privatversicherten. 39 Prozent von diesen kannten überhaupt keine Wartezeit, bei den Kassenpatienten waren es 31 Prozent.
Die Ergebnisse könnten "nicht als Beleg für eine klare Zwei-Klassen-Medizin" herhalten, so Köhler. Es gebe aber "Unterschiede im Behandlungskomfort", räumte er ein. Dazu zählten die Wartezeiten, nicht aber die medizinisch notwendige Versorgung.
Die in der Kritik stehenden Selbstzahlerleistungen spielen aus Sicht der Patienten ein eher untergeordnetes Problem. 21 Prozent der Befragten wurde eine dieser Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) vom Arzt angeboten.
Quelle: dpa



