Ein Klapperstorch aus Holz mit einem Baby im Schnabel (Quelle: dpa)

rbb Praxis News vom 18.11.2013 - Weiter steigende Haftpflichtprämien für Hebammen

Für viele Hebammen wird die Geburtshilfe aufgrund weiter steigender Haftpflichtprämien
unbezahlbar. Wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) am Montag in Karlsruhe mitteilte, steigen die Prämien zur Berufshaftpflichtversicherung zum 1. Juli nächsten Jahren erneut um mehr als 20 Prozent.

Damit müssten in der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen wahrscheinlich über 5000 Euro im Jahr für die Versicherung bezahlen. Für 2015 habe der Versicherer bereits weitere Erhöhungen angekündigt.
   
"Schon jetzt finden viele Frauen nur schwer eine Hebamme für die Geburt oder das Wochenbett", warnte Martina Klenk, Präsidentin des DHV. Der Verband dringt daher auf gesetzgeberische Lösungen. Erst 2012 war die Vergütung für die Hebammen nach langwierigen Verhandlungen erhöht worden, nachdem die Haftpflichtprämien in die Höhe geschossen waren.

Laut Hebammenverband haben sich die Prämien in den vergangenen zehn Jahren etwa verzehnfacht. Der Grund für den Prämienanstieg liegt laut DHV an steigenden Regressforderungen der Sozialversicherungsträger und an einer höheren Klagebereitschaft betroffener Eltern.

In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 18.000 Hebammen. Nur ein Teil davon ist fest angestellt, etwa in Kliniken. 60 Prozent arbeiten freiberuflich, wobei das Gros gar keine Geburten mehr betreut. Viele bieten nur noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung für Frauen an.

Quelle: afp