Illustration, Entstehung eines Tumors. Quelle: imago

rbb Praxis News vom 03.02.2014 - Welt-Krebs-Bericht 2014 in London vorgestellt

Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken - rund 40 Prozent mehr als derzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation. In den kommenden zwei Jahrzehnten ist  ein Plus von rund 70 Prozent möglich.

Zum Teil gehe der enorme Anstieg auf das vorausgesagte Bevölkerungswachstum und die zunehmende Lebenserwartung zurück, heißt
es in dem Bericht. Hinzu komme, dass die Menschen in wirtschaftlich aufstrebenden Ländern häufig schädliche Verhaltens- und Lifestyle-Gewohnheiten reicherer Staaten annähmen, etwa bei der Ernährung.

Die Regierungen weltweit müssten dringend mehr für die Vermeidung
von Krebs tun, forderte die zur WHO gehörende Agentur anlässlich des
Weltkrebstages am Dienstag. Man könne der wachsenden Zahl von
Neuerkrankungen nicht allein durch Behandlung Herr werden. Unter
anderem müssten die Gesetze zum Rauchen und zur Regulierung des
Konsums von Alkohol und zuckerhaltigen Getränken verschärft werden.

Etwa 70 Prozent aller Todesfälle durch Krebs träten in Afrika, Asien, Zentral- und Südamerika auf. Grund dafür sei vor allem, dass es dort nicht genug Möglichkeiten für eine frühe Diagnose gebe. Auch der Zugang zu Behandlung reiche nicht aus.

Für Europa gibt der WHO-Bericht gut 3,4 Millionen Neuerkrankungen
im Jahr 2012 an, 13,5 Prozent davon entfielen auf Brustkrebs, 13 Prozent auf Darmkrebs, 12,1 Prozent auf Prostatakrebs und 11,9 Prozent auf Lungenkrebs.

Bei den knapp 1,8 Millionen Todesfällen lag der Lungenkrebs hingegen wegen der schlechteren Heilungschancen mit gut 20 Prozent an erster Stelle. Mit Abstand folgten Darmkrebs (12,2 Prozent), Brustkrebs (7,5 Prozent) und Magenkrebs (6,1 Prozent)

Quelle: dpa