
rbb Praxis News vom 13.03.2014 -
Milde Winter ermöglichen Zecken zunehmend ganzjährige Aktivität. Der diesjährige Winter sei ein "wahrer Zeckenwinter" gewesen, berichteten Experten am Donnerstag in Stuttgart. In der Regel halten die achtbeinigen Blutsauger von November bis Ende Februar Winterruhe.
Etwa ab fünf bis sieben Grad werden sie aktiv. "In diesem Winter haben wir auf unseren über ganz Deutschland verteilten Zeckenstationen fast durchgehend Aktivität gemessen", erklärte ein Vertreter der Informationsplattform Zeckenwetter.de.
2012 schien die Zahl der durch Zecken verursachten Hirnhautentzündungen mit 195 Fällen noch zurückzugehen, wie eine Parasitologin von der Universität Hohenheim erklärte. Die langjährige Statistik zeige jedoch, dass die Gefahr einer sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) trotz Jahresschwankungen kontinuierlich gestiegen sei. Im vergangenen Jahr wurden laut Robert-Koch-Institut 420 Erkrankungen gemeldet. So gesehen bleibe die Zecke weiterhin das gefährlichste Tier Deutschlands.
Erste FSME-Fälle traten dieses Jahr bereits im Januar auf. Das Robert-Koch-Institut meldete fünf Erkrankungsfälle in den ersten sieben Wochen. Auch in den Vorjahren waren in dieser Zeit einzelne
Erkrankungen gemeldet worden.
Zecken sind sehr robust. Sie können zwei bis drei Jahre lang hungern. In Wohnungen überdauern sie mehrere Tage. Im Gefrierfach bei minus acht Grad ist die Hälfte der Zecken nach 24 Stunden noch am Leben. Erst Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius töten Zecken zuverlässig. Selbst den Vollwaschgang in der Waschmaschine bei 40 Grad Celsius überleben die Parasiten. Waschgänge bei 60 Grad und der Weg durch den Trockner töten sie jedoch zuverlässig ab.
Ab kommenden Montag treffen sich Experten zum zweiten süddeutschen Zeckenkongress.
Quelle: afp

