Ein Warnschild mit der Aufschrift "Zecke" hängt an einem Baumrest in einem Wald. (Bild: dpa)

rbb Praxis News vom 11.03.2014 - Zeckenimpfung im März nachholen

Die Gesellschaft für Virologie (GfV) rät Risikogruppen die FSME-Impfung spätestens im März nachzuholen. Vor allem Menschen, die in Risikogebieten leben, eine Reise dorthin planen oder sich in der Natur aufhalten sollten sich schützen.

Wegen des milden Winters sind die Zecken in diesem Jahr schon jetzt in einigen Gegenden sehr aktiv. Auch Zecken, die den Erreger für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen, sind in Deutschland und Europa heimisch. Nur eine Impfung kann vor FSME schützen, eine spezielle Therapie existiert zurzeit nicht, so die GfV. "Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von Zecken ausgeht", sagt Professor Dr. phil. Franz X. Heinz, Vizepräsident der Gesellschaft. Doch diese Flaviviren vermögen eine Hirn- und Hirnhautentzündung auszulösen, die tödlich enden kann.

Die Zecken erwachen mit den jetzt steigenden Temperaturen im Frühjahr aus ihrer Winterstarre, lieben es feucht und halten sich gerne auf Wiesen und im Unterholz auf. Ein Infektionsrisiko besteht daher in der gesamten warmen Jahreszeit von Frühjahr bis in den Spätherbst.

"Am besten lassen sich Menschen, die in den bekannten FSME-Risikogebieten leben und sich viel in der Natur aufhalten, bereits im Winter impfen. Aber auch jetzt, mit Beginn der warmen Jahreszeit, ist es noch nicht zu spät", so Heinz. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Teilimpfungen. Für einen mehrjährigen Schutz ist eine dritte Impfung nach etwa einem Jahr nötig.

In Deutschland kommt das FSME-Virus vor allem in Bayern und Baden-Württemberg vor sowie in Südhessen, Thüringen und Teilen von Nordhessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vor. "Diese bekannten Risikogebiete bestehen relativ stabil", erklärt Heinz. Möglicherweise als Folge der Klimaveränderungen kamen in den letzten Jahren jedoch neue Verbreitungsgebiete des FSME-Virus hinzu, etwa in Nordeuropa, in Alpentälern und in einigen Mittelgebirgsregionen. Allein im Jahr 2013 wurden dem Robert Koch-Institut 420 Infektionen gemeldet. "Etwa ein Prozent der Fälle endet tödlich", betont GfV-Vizepräsident.


Quelle: GfV