Nase riecht an der Blüte eines Sonnenhutes, Quelle: dpa

- Allergien – wenn das Immunsystem austickt

Immer mehr Menschen berichten über immer mehr Allergien. Fast jeder Dritte reagiert mittlerweile irgendwann im Laufe seines Lebens auf irgendetwas allergisch. Am häufigsten lösen Pollen von Birke, Haselnuss und Gräsern allergische Beschwerden aus.

Die typischen Anti-Allergie-Medikamente sind so genannte Antihistaminika. Sie sorgen dafür, dass der Botenstoff Histamin, der die Allergiesymptome auslöst, im Körper nicht mehr aktiv werden kann. Glukokortikoide (Cortison) unterdrücken die überschießende Reaktion des Immunsystems.
Spritzeneinstich in die Schulter (Quelle: rbb)
Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung lindert Symptome

Menschen, die gegen Gräser und Pollen, gegen Hausstaubmilben oder Insektengifte allergisch reagieren, können sich auch impfen lassen: Über drei bis fünf Jahre wird der allergieauslösende Stoff zunächst in sehr geringen, später in langsam steigenden Mengen gespritzt. Diese so genannte Hyposensibilisierung bessert die Symptome und kann weitere Allergien verhindern. Und das ist gut so, denn wir wissen heute, dass eine Allergie den Weg für andere Allergien bereitet. Die Erfolgsrate für die Impfung liegt je nach Allergen zwischen 70 und 100 Prozent. Am Wirksamsten ist die Impfung gegen Pollen und Insektengifte. Wer erst kurz vor Beginn der Pollensaison ans Impfen denkt, kann mit einer Kurzzeit-Immuntherapie starten.

Wer schon einmal heftig auf einen Insektenstich oder ein Nahrungsmittel reagiert hat, sollte immer ein Notfallset dabeihaben – es kann lebensrettend sein. Solch ein Set enthält Kortison, Adrenalin, ein Antihistamin und Asthmaspray.

Klingt banal, ist aber in vielen Fällen am allerbesten: Weg vom Allergen! Meiden Sie kritische Lebensmittel, ziehen Sie um in eine Wohnung ohne Schimmel, und trennen Sie sich von Ihrer Katze. Viele Experten sind überzeugt, dass ausschließliches Stillen in den ersten sechs bis neun Lebensmonaten die Gefahr für allergische Hautkrankheiten und Asthma bei den Kindern senkt. Frauen mit hohem Allergierisiko sollten zudem während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Nüsse verzichten. Kinder sollten im ersten Lebensjahr keine Eier und Milchprodukte und bis zum dritten Geburtstag keine Nüsse essen.

Entspannungsverfahren als Allergieheiler

Entspannungsverfahren, wie etwa Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson, haben sich als Allergieheiler bewährt. Dafür braucht man kein jahrelanges Training, ein einfacher Volkshochschulkurs reicht. Das Entscheidende ist, regelmäßig Ent- spannungsmomente in den Alltag einzubauen. Manchmal kann auch eine Psychotherapie hilfreich sein. Vor allem dann, wenn Stress, Ängste oder zwischenmenschliche Probleme immer wieder zu allergischen Beschwerden führen.

Auch alternative Methoden wie Akupunktur erzielen bei Pollen- allergikern und Asthmatikern gute Erfolge. Diagnostische Verfahren wie Bioresonanz, Kinesiologie, Iris- und Zungen- diagnostik sowie Therapien wie Darmsanierung, Ozon-, Sauerstoff- oder Zelltherapie kosten dagegen viel Geld ohne dass es wissenschaftliche Beweise dafür gibt, dass sie wirken.

Infotext: Constanze Löffler

rbb PRAXIS Service