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Sie ist der Schrecken vieler Allergiker: das beifußblättrige Traubenkraut, besser bekannt als "Ambrosia". Die Pflanze verteilt besonders viele Pollen in die Luft. Jede einzelne kann für Allergiker zum Problem werden, weiß der Lungenfacharzt Ulf Gerecke aus Cottbus.
Die aus Nordamerika stammende Pflanze fühlt sich bei uns wohl: Ob in Brandenburger Weizenfeldern oder an den Straßen Berlins. Die Ambrosia entwickelt sich mancherorts zu einer echten Plage. Sandra Kannabei ist Expertin für Ambrosia-Pflanzen an der Freien Universität Berlin und derzeit ständig auf der Suche nach neuen Ambrosia-Feldern.
"Von einer Ambrosia-Plage kann man in der Niederlausitz reden, und von einer Ambrosia-Plage kann man auch hier in Berlin reden. In anderen Städten oder in anderen Regionen wissen wir leider nicht, wie viele Ambrosien dort wachsen, weil danach nicht gesucht wird. Aber wir haben festgestellt, dass in den Gegenden in denen gesucht wird, auch Ambrosien gefunden werden", so die Diplom-Meteorologin gegenüber der rbb PRAXIS.
Eine Smartphone-App hilft dabei, möglichst viele Standorte in unserer Region zu dokumentieren - ganz leicht für jedermann zu bedienen. Die Daten landen dann im Ambrosia-Atlas für Berlin und Brandenburg. Er ist auch auf der Homepage der FU zu finden. In Berlin werden vor allem in Adlershof, Marzahn und Lichtenberg Ambrosien gemeldet. In Brandenburg ist vor allem die Region um Drebkau betroffen.
Dort wurde die Ambrosia wahrscheinlich über verunreinigtes Saatgut eingeschleppt. Das Resultat: auf manchen Feldern wächst heute schon mehr Ambrosia als Weizen. Die höchste Konzentration von Ambrosia-Pollen werden im Spätsommer gemessen - also von Mitte August bis Ende September. Doch damit ist noch lange nicht Schluss.
Es habe immer schon typische Pollenallergiker gegeben, so Gerecke. Sie hätten Beschwerden von Ende Dezember bis Ende September gehabt, wenn die Beifussblüte vorbei gewwesen sei. Bei Ambrosia halte die Pollenbelastung bis zum ersten Frost an, sodass der Allergiker eigentlich kaum noch Ruhe habe.
Wer vor der eigenen Haustür Pflanzen findet, sollte sie mitsamt der Wurzel ausreißen. Wer dabei direkten Hautkontakt vermeidet, kann sich auch sicher sein, dass er keinen Ausschlag bekommt. Und auch wenn ein Ambrosia-Strauß eigentlich ganz hübsch ist: Er gehört nicht in eine Blumenvase sondern direkt in die Mülltonne.
Die Allergien auslösende Ambrosia-Pflanze könnte sich durch zunehmende Bauarbeiten in ganz Brandenburg ausbreiten. Das Traubenkraut kommt seit mehr als 30 Jahren vor allem in der Gegend von Cottbus und Drebkau und anderen Teilen Südbrandenburgs vor.
Das Landesumweltamt fürchtet nun, dass der Straßenbau die Ausbreitung fördert. Denn bei Bauarbeiten wird wertvoller Mutterboden abgebaut und anschließend weiter transportiert. So werden Ambrosia-Samen durch das ganze Land gefahren, so die Befürchtung.

